Montag, 9. März 2020

09.3.20 - Via Ferrata bei Traumwetter


Gestern Abend war ich noch ne Zeit lang im Internet unterwegs und hab dann noch bis halb 11 gelesen. Heute Nacht schlief ich wieder gut. Als ich gegen 7 aufwachte, war der Himmel draußen strahlend blau, juhu. Gegen halb 9 stand ich auf, frühstückte Cornflakes und macht mich fertig.
Kurz vor halb 10 fuhr ich fünf Minuten zu Wild Wire, meiner heutigen Touragentur. Die bieten etwas, das in Neuseeland (und vielleicht auch auf der ganzen Welt?) einmalig ist: Einen Klettersteig (Via Ferrata), der direkt neben einem hohen, mehrstufigen Wasserfall nach oben geht. Die meisten und auch ich hatten die mittlere Variante gebucht, 320m Höhenmeter für 300$... 165€, leider die einzige Option, dort hinzukommen, da sich der Wasserfall auf Privatgelände befindet.
Mit einem Van fuhren wir etwa 20 Minuten aus Wanaka hinaus. Schon bei der Ankunft zauberte uns der Wasserfall allen ein Grinsen ins Gesicht.

Wir wurden alle ausgestattet mit Klettergurt, Klettersteigset und Helm, dann gab es eine Einweisung in die Ausrüstung. Für mich nicht wirklich was neues, hab ich das Zeug ja alles selbst zu Hause liegen. Einziger Unterschied: Man geht hier absolut auf Nummer sicher. Normalerweise hat ein Klettersteigset zwei Teile zum Klippen. Man klippt eines aus und ins nächste Seil ein, danach folgt das zweite. Hier muss man sich aber zuerst mit einer Kurzsicherung an eine Metallstufe klippen, erst dann darf man die anderen Klipper benutzen. Also besonders sicher. Etwas nervig, aber verständlich bei Gruppentouren mit 95% Anfängern. Wir mussten alle einen Übungsparcours absolvieren, dann ging es in Vierergruppen los. Mit mir ein Paar aus Polen und ein etwas älterer Ami mit afghanischen Wurzeln.


Die nächsten zwei bis drei Stunden ging es eigentlich nur steil nach oben. Das Niveau war in der ersten Hälfte extrem einfach (dann konnte man aussteigen), in der zweiten etwas höher, aber auch idiotensicher. Wer eine Leiter hochkommt, schafft das auch. Gut, es geht unter einem senkrecht nach unten, es müssen ein paar Holzplanken-Brücken überwunden werden und als Highlight eine Drahtseil-Brücke. 



Aber technisch wirklich für jeden zu meistern. Das fehlte mir daher auch ein bisschen, es gab nichts, wo man wirklich klettern musste, da quasi überall Metalltritte montiert waren. Die traumhafte Kulisse machte das aber definitiv wieder wett! Wenige Meter neben uns stets ein Wasserfall, unter uns nichts und dann mit zunehmender Höhe der immer bessere Blick auf den Wanaka-Lake! Einfach genial und das bei Traumwetter!



Leider kamen wir schon viel zu früh am oberen Ausstieg an. Von hier aus ging es schon noch weiter, aber der 3. und schwierigste Teil war auch der teuerste, kostete nämlich das Doppelte, da man von oben nur mit dem Heli wieder runterkommt… Haben auch nur 2 gemacht. Wir anderen bekamen auf einer extra montierten Bank mit Sonnenschirm Sandwichs und Cookies, mit dieser Aussicht schmecken die gleich noch besser.



Danach ging es wieder nach unten, die erste Hälfte auch noch ziemlich steil und daher gesichert, die zweite dann nur noch steil, aber ohne Felsen und Abhang. Kurz nach 2 kamen wir wieder unten an und gaben unsere Ausrüstung ab. Danach wurden wir wieder in den Ort gefahren.


Es war definitiv teuer und es gibt bessere Klettersteige, aber die Kulisse und das passende Wetter machten die Tour echt perfekt! Zurück in Wanaka wollte ich mir noch das Highlight des Ortes ansehen. Ein Baum! Der Baum! #thewanakatree, eine Baumberühmtheit sozusagen, und alles nur dank Instagramm… Es ist definitiv der meist fotografierte Baum Neuseelands und vielleicht auch der Welt, ich kenne nicht so viele berühmte Bäume. Schaut schon cool aus, wie er da so steht…


Nach dem Baum ging’s ins Zentrum zurück, es war Cappuccino-Time! Den trank ich in der Sonne, es war allerdings ganz schön windig! Danach schlenderte ich ins i-Site und buchte eine Fjord-Tour in einigen Tagen im Milford-Sound. Kurz nach fünf lief ich dann zu den Foodtrucks, denn ich wollte ja noch bangladeschisch (???) essen. Die Chefin freute sich sehr, die meisten trauen sich wohl hier nicht ran und essen nebenan nur Burger und Burritos. Was ich bekam, war ein leckeres Gemüse-Curry mit Reis, Dhal und Chutney. Wie ich vorher erfahren hatte, sollte es nicht so wie in Indien schmecken und tatsächlich. Eine klare Ähnlichkeit war erkennbar, aber es war anders gewürzt. Auf jeden Fall sehr lecker. Bangladesch wäre ja auch noch eine Option, wenn ich schon mal in der Ecke Nepal/Indien bin…
Gut gestärkt holte ich mir an der Tanke noch ein Eis (Magnum) und lief zurück zum Hostel. Dort saß ich erst noch etwas draußen und unterhielt mich, aber der Wind wurde echt frisch, also ging ich rein, duschte und setzte mich danach ins Warme. Jetzt ist es Viertel 9, der Blog ist fertig und die nächsten beiden Hostels sind gebucht. Werde dann mal noch etwas chillen und darauf hoffen, dass der Wetterbericht für morgen doch nicht ganz Recht hat. Es soll schon wieder regnen und ich will/muss morgen echt wandern… Aber wenn ich Glück habe, wird es wenigstens nicht so schlimm wie gestern…


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen