Dienstag, 31. Dezember 2019

30.12.19 - Busfahrt und Antarktis-Fazit


Die letzte Nacht war nicht so gut, das Bett war echt scheiße. Die Matratze hing komplett durch und das nach meinem tollen Luxusbett auf der Boreal… Somit war ich auch schon lange vorm Wecker wach. Um halb 7 machte ich mich dann leise fertig und lief die kurze Strecke zum Bus. Der stand auch schon da, quasi nur mit Backpackern außen rum. Ehrlich gesagt sieht er aus, als hätte ihn eine der guten brasilianischen Busagenturen vor 10 Jahren ausgemustert, schon etwas in die Jahre gekommen alles… Der Schlafsack kam hier ziemlich schnell zum Einsatz, erst wurde nicht geheizt und es war einfach kalt, dann, als ich dachte, jetzt passt die Temperatur, kam die Klimaanlage zum Einsatz… Unter meinem Schlafsack ist es schön warm, aber nicht mal zu heiß.
Um halb 12 erreichten wir den ersten Grenzübergang. Eine Stunde dauerte die Ausreise, genauso lang die Einreise. Wieder einmal wurden wir auf Obst und Co. untersucht. Immerhin, da wir Chile nur kurz durchqueren müssen – das argentinische Feuerland ist von der Außenwelt durch Chile abgetrennt – wurde unser Gepäckraum verplompt, so dass wir das große Gepäck nicht auch noch raus zerren mussten. Direkt nach der Grenze hielten wir an einem kleinen Schuppen zur Mittagspause.
Als wir wieder losfuhren, war es schon nach halb 3. Ich kuckte das einstündige Video vom Schiff, sind schon echt tolle Aufnahmen dabei! Dann schrieb ich etwas Blog und mein Fazit von der Antarktis und las etwas. Zwischendurch schlief ich immer wieder etwas. Vor dem Fenster passierte nicht viel. Alles ist flach, mit Gras und ähnlichem bewachsen und man sieht ein paar Schafe. Gegen fünf setzten wir mit einer kleinen Fähre aufs chilenische Festland über, jetzt sind wir also wieder in Patagonien.
Um sechs waren wir an der Grenze, zurück nach Argentinien ging es etwas schneller. Anscheinend hatten wir für Chile einen Transit-Stempel bekommen, denn wir mussten nur zur argentinischen Seite. Eine halbe Stunde später ging die Fahrt weiter und um halb 8 kamen wir endlich im klitzekleinen Busbahnhof in Rio Gallegos an. Von wegen 9h Fahrt! Aber für mich gut so, denn der Bus nach El Calafate fuhr um halb 9, somit war die Wartezeit deutlich kürzer. Der 2. Bus war deutlich besser, ich muss meine Aussage revidieren, offensichtlich werden die alten Busse dieser Agentur einfach am Arsch der Welt eingesetzt ;-) Dafür lief leider auch durchgehend ein Film, wie immer, Modell „mit viel Geballer“, was auch durch die Ohrenstöpfel dringt… Trotzdem schaffte ich es, recht bald und tief einzuschlafen und um ein Uhr in Calafate hochzuschrecken.
Google Map meinte es mal wieder ganz lustig mit mir, wir waren schon wieder einmal im Nirvana verschwunden. Zum Glück standen zwei nette Polizisten rum, die mir die Richtung zum Hostel zeigen konnten, waren nämlich echt nur 5 Minuten zu laufen. Unterwegs fand mein Handy mich dann auch noch wieder… Im Hostel angekommen war ich nicht die einzige, die aus diesem Bus gepurzelt ist, mindestens vier andere hatte ich auch schon in Ushuaia bzw. unterwegs gesehen. Der Check-in ging super schnell und schon war ich in meinem (megawarmen) Dorm. Ich sprang in den Schlafanzug, putzte Zähne und ab ging’s in mein Stockbett. Gute Nacht!
So, an dieser Stelle dann auch einen guten Rutsch, unwahrscheinlich, dass ich heute Abend den Blog schaffe, keine Ahnung. Hostel macht nen netten Eindruck, hier findet sich bestimmt jemand, um Silvester zu feiern. Also, kommt gut rüber und nächstes Jahr sehen wir uns alle wieder!!!

So, und hier mein Antarktis-Fazit:

Diese zweiwöchige Tour in die Antarktis ist das teuerste, was ich jemals gemacht habe, aber es war jeden Cent wert, nicht einen Moment habe ich es bereut, an Bord der Boreal gegangen zu sein. Was wir in den letzten Tagen gesehen haben, lässt sich einfach mit nichts anderem vergleichen. Und dazu gehört auch, dass ich mich für die „große“ Tour entschieden habe, die die Falklandinseln und Südgeorgien eingeschlossen hat. 


Südgeorgien und die tausenden Königspinguine dort, das ist einfach der Wahnsinn! Mir war vorher nicht bewusst, dass wir die (und auch die Kaiserpinguine) in der Antarktis selbst gar nicht sehen würden. All diese fluffigen jungen Pinguine, die halb ihr dickes Federkleid verloren haben, waren einfach zu knuffig. Und genauso die vielen jungen Seeelefanten mit diesen riesigen Kulleraugen! Unglaublich!



Aber auch Falkland war toll, Kolonien voll mit Gentoos und Rockhoppers mit ihrer lustigen Frisur, in einer Kolonie zusammen mit Albatrossen, die quasi 1m von uns entfernt brüteten und sich überhaupt nicht stören ließen.



Dann die Fahrt in Richtung Antarktis selbst, was waren wir aus dem Häuschen, als der erste Wal neben uns auftauchte. Und dann erst der erste Eisberg, denn so etwas hatte nun wirklich noch niemand von uns gesehen. Im Nachhinein war der eher aus der Kategorie „Putzig“…
Und dann, pünktlich am Heiligabend, betreten wir den weißen Kontinent, bei erstaunlich warmen Temperaturen. Unzählige Adelie-Pinguine erwarten uns mit vielen, vielen kleinen Babypinguinen. 


Wir fahren weiter Richtung Süden, immer mehr Eisberge schwimmen um uns. Dann sehen wir die riesigen Gletscher, die sich ins Meer schieben, der Weihnachtsmann fährt im Zodiac an uns vorbei und erwartet uns im ewigen Eis. 

Und schließlich der letzte Tag und das, womit keiner gerechnet hatte, inkl. Expeditionsteam: Bei der Zodiac-Tour werden wir von Buckelwalen umzingelt, wissen gar nicht, wohin wir schauen sollen, überall nur Wale! Da gehen die wunderschönen blauen Eisberge fast unter dazwischen.


Und da muss ich nochmal auf South Georgia zurückkommen, was wir dort an Pinguinen, Seeelefanten und Fellrobben gesehen haben, war Wahnsinn, so gesehen war die Antarktis eher leer. Einzelne Robben und ein paar Pinguinkolonien, aber nicht die ganz großen Pinguine.
Dazwischen das Leben auf dem Schiff, wir hatten mit Freestyle einfach wahnsinniges Glück, dieses Schiff zu bekommen! Absolute Oberklasse (übrigens 5 Sterne…), nicht dass ich diesen Luxus gebraucht hätte, aber schön war’s schon mal und wenn man bedenkt, was wir letztendlich dafür gezahlt hatten… Dazu war ja auch noch viel inklusive, was nicht normal ist (Alkohol, Internet und das sogar noch gut und Trinkgelder, was auch noch mal ne ordentliche Summe ist). Täglich tolle, interessante und unterhaltsame Vorträge über alles, was sich da unten so rumtreibt. Leckeres Essen, das man dann im kleinen Fitnessraum wieder abtrainieren konnte, Dampfbad und Pool. Das einzige, was fehlte, war der echte Polar Plunge.



Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, ob ich in die Antarktis fahre und ob ich Falkland und Südgeorgien mitnehme oder nicht, die Entscheidung wäre ganz klar, ich mache alles genauso wieder! Gorillas in Ruanda, Safari in Kenia, Jaguare in Brasilien. All das waren hammergeile Erlebnisse, aber die letzten beiden Wochen toppen das alles echt noch mal!
Und wenn nun auch jemand Eis geleckt hat und dort hin will, dem kann ich nur empfehlen, mit freestyleadventuretravel.com in Kontakt zu treten, super Organisation, man muss sich quasi um nichts kümmern und bekommt top Angebote zu „günstigen“ Preisen! Sogar Handschuhe und Skihose kann man kostenlos leihen, Mütze und Loop bekommt man geschenkt.

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