Montag, 16. Dezember 2019

16.12.19 - Malvinas (Falklandinseln)


Heute Nacht schlief ich richtig gut, nur war es seltsam, als ich einmal aufwachte, wackelte es gar nicht mehr. Um 7 Uhr war ich wach, ne halbe Stunde später stand ich auf. Vorm Fenster zog die Küste der Falklandinseln vorbei. Oder der Malvinas, wenn man mit Argentiniern spricht. Ganz ein heikles Thema… Wir trafen uns alle beim Frühstück oben, ich hatte wieder Obst, Müsli und Joghurt.
Danach machten wir uns bereit zum ersten Landgang, wir gelben waren die 2. Gruppe, das hieß, starteten um dreiviertel 9. Bzw. etwas verzögert, da die Sicherheitskontrollen sich etwas hinzogen. Also die auf der Brücke, wir wurden nicht kontrolliert, durften aber keinerlei Lebensmittel mit an Land nehmen. In der Main Lounge war die arme Grenzbeamtin über Stunden mit dem Stempeln der Pässe beschäftigt. Hab ich schon geschrieben, über 150 Crew-Mitglieder für 200 Gäste!

Gegen 9 war es dann soweit und wir wurden mit den Zodiacs an Land gebracht. Klar, es waren wieder die Chinesen, die nicht kapiert hatten, wie man sich verhalten muss. So sollte man einfach auf der Bordwand nach vorne rutschen, die Beine darüber bringen und aussteigen. Alles ohne aufzustehen… An Land bekamen wir ein letztes kurzes Briefing, dann durften wir alleine los. Der Weg wird immer mit roten Flaggen abgesteckt, gekreuzte Flaggen bedeuten: Hier nicht weiter. 


Kein Kommentar also… (Nein doch, die haben Objektive, die können sehen, wenn sich ein 500m entfernter Pinguin in der Nase bohrt… Aber nein…








Wir sahen zwei größere Kolonien von sog. Eselspinguinen. Ein Königspinguin muss sich auch versteckt haben, aber den hab ich nicht gesehen. Es dauerte recht lange bis ich checkte, dass da auch Babies dazwischen sind, dann sah ich sie überall liegen und stehen. Manche sind aber auch noch nicht geschlüpft und werden noch ausgebrütet.





  



Am Wasser war auch ordentlich Action und auch auf dem Weg vom Wasser zu den Kolonien. Als dann alle Rotjacken-Pinguine am Ufer standen, sah man den kleinen Kerlen (ca. 50cm) an, dass sie nicht mehr wussten, wo lang sie gehen sollten, einer hatte sich dann mitten zwischen diesen seltsamen roten Vögel verirrt…

Das Wetter spielte gut mit, erst am Ende begann es ganz leicht zu regnen. Aber zumindest auf einer Inselseite wehte ein echt fieser Wind. Mir taten die Expeditionsleiter ganz schön leid, die an eisigen Stellen positioniert waren, um aufzupassen, dass wir uns richtig verhalten. Ich war mit meiner normalen Jacke und Hose angezogen, war am Ende schon recht frisch, aber immer noch gut auszuhalten. Muss mir den Parka für kältere Tage aufsparen ;-)
Gegen dreiviertel 11 wurden die Zodiacs wieder beladen, die Chinesen hatten noch nichts dazu gelernt… Wir fuhren zurück aufs Schiff, mussten mit den Gummstiefeln durch die Waschstraße und durften dann an Bord. Erstmal machte ich mir in der Kabine einen Tee, dann sichtete ich die Fotos, das war schon ein ganzer Haufen! Auch der Blog wurde gleich mal begonnen, jetzt wo ich dafür Zeit hatte…
Um halb 1 trafen Yolanda, Stephan und ich uns auf Deck 2 zum Mittagessen. Dort ist es ein wenig formeller, das Hauptgericht wird angeliefert. Vorab hatte ich Suppe und Salate, dann gab es indisches Dhal, leicht scharf, mit Reis. Lecker. Nach einer sehr kurzen Siesta machten wir uns auch schon wieder bereit zum 2. Landgang.
Um dreiviertel 2 wurde Gruppe gelb ausgeschifft. Irgendwie sind wir unter lauter Chinesen gelandet. Vermutlich liegt das daran, dass unsere Restplätze daher kamen, dass 30 Chinesen kurzfristig die Reise storniert hatten. Naja, sie sind schon etwas anstrengend und auch nervig und machen leider nie das, was sie sollen. Somit sind die Expeditionsleiter ständig mit denen beschäftigt und haben wenig Zeit, uns Normalos interessante Infos zu liefern.









Heute früh waren 10 Mann in einem Zodiac, jetzt waren es nur 8, weil ein recht starker Wind blies. An Land wurden wir von 50% der Bewohner von West Point begrüßt: Alan… Ach ja, die andere Hälfte ist seine Frau… Wir hatten einen recht langen Marsch in unseren Gummistiefeln vor uns, der Gegenwind arbeitete ordentlich gegen uns und die 2km Strecke. Auf der anderen Seite des Hügels erwartete uns eine Kolonie von Albatrossen und Macaroni-Pinguinen. So heißen die zumindest auf Englisch und die Frisur ist einfach nur genial. Der starke Wind war so gesehen auch genial, denn die Albatrosse mögen ihn zum Fliegen. Erst sah ich nur sie bis ich checkte, dass da auch Pinguine dazwischen sitzen, die waren echt klein und putzig.






Wie schon angekündigt, kann man hier vier Jahreszeiten in einer Stunde bekommen, von Wind und Sonne schlug es um zu leichtem Hagel, pünktlich, als wir mit Rückenwind zurück laufen wollten. Auf der anderen Seite schien aber auch schon wieder die Sonne. Alan und seine Frau empfingen uns zu Tee und Kuchen, ihre Arbeit hier neben der normalen Farm. Ca. 50 Schiffe kommen hier pro Saison, also etwa 2 pro Woche. Das Plätzchen-Buffet war der Hammer.





So gestärkt gingen wir durch die Schuhputz-Anlage und zurück aufs Zodiac. An Bord ging es noch einmal durch die Waschanlage und wir mussten die Füße heben, damit der letzte Rest an Dreck abgespült werden konnte. 
Zurück in der Main Lounge wurden wir mit Glühwein (und unnötigen anderen Sachen wie Ingwertee) empfangen. Nach zwei Bechern fühlte ich mich super und ging zusammen mit Jeff zum Schiffsarzt, wir hatten gehört, dort gibt es günstige Drogen ;-) Für 15€ bekamen wir ein Pflaster hinters Ohr, das 3 Tage halten soll und gegen Seekrankheit hilft. Nur her damit!




Danach war ich fit für den Salsa-Kurs in der Lounge, ein Mojito sorgte für weitere Unterstützung. War schon ganz lustig. Und weil wir schon mal dort waren, blieben wir auch gleich noch zum obligatorischen Bingo. Danach war es halb 7 und ich ging duschen und danach wieder ein paar Fotos sichten.
Um halb 8 trafen wir uns im Buffet-Restaurant auf Deck 6, ich holte mir einen großen Teller Salat und danach noch so einige andere leckere Sachen. Wir saßen bis 9 Uhr zusammen, dann holte ich mein Notebook und ging in die Bar zum Blogschreiben. Was mich ein wenig irritierte war die frisch aufgehängte Dekoration: Überall an den Geländern im Gang und Treppenhaus und auch in unserem Zimmer neben dem Bett hängen bzw. liegen die Kotztüten… Macht mich etwas nervös… War bisher noch nicht so!
Jetzt sitze ich mit Stephan oben in der Bar, es schaukelt leicht, aber noch sind wir auch im Windschatten der Inseln. Die nächsten zwei Tage werden windig und rauer, wir überqueren die offene See in Richtung South Georgia. Da werde ich wohl auch noch eine Pille nachlegen, sicher ist sicher… Heute Nacht müssen wir dazu auch noch die Uhr eine Stunde vorstellen, die Königspinguine haben nämlich eine andere Zeit, sonst sind die verwirrt, wenn wir eine Stunde später kommen. Dann sind wir also nur noch 3 Stunden hinter Deutschland, zumindest für ein paar Tage…
So, falls es morgen keinen Blog gibt, dann lieg ich vermutlich flach. Also hofft mal für mich, dass ihr was zum Lesen bekommt ;-)

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