Montag, 23. Dezember 2019

23.12.19 - Noch ein Seetag


Heute früh fühlte ich mich tatsächlich so richtig ausgeschlafen ;-) Um acht ging ich zum Stretching, langsam macht sich hier Routine breit! Danach ging ich frühstücken, ausnahmsweise mal ohne Müsli, und gestaltete ein paar weitere Seiten im Fotobuch. Bin schon in Manaus! Man kommt hier aber auch zu gar nichts, da um 11.15 Uhr schon wieder ein Vortrag war, wollte ich vorab noch ne halbe Stunde aufs Fahrrad. Draußen hängt komplett die Suppe drin, von wegen auf den Horizont kucken, der ist weg! Trotzdem entdeckten wir ein paar Wale ganz in der Nähe.
Ich duschte schnell und ging zu folgendem Vortrag: 

Einer der besten bisher, aber natürlich auch ein sehr dankbares Thema. Und es gab interessante Fakten, pass gut auf, Lore! Von wegen, lebenslange Partnerschaft! Die Männchen kommen zur Brutsaison als erstes an und bauen ein Nest. In der Antarktis besteht das aus Steinen – andere Materialien gibt es nicht. Es ist Nationalsport, dabei den Nachbarn Steine zu klauen. Dann kommen die Weibchen, wenn sie sich verlieben, verschenken sie einen Stein! Im Idealfall versuchen die Pinguine, ihren Partner im nächsten Jahr wiederzufinden. Aber da sie nicht wissen, ob der noch lebt, begnügen sie sich auch mit einem anderen. Sollte dann der richtige wieder auftauchen, wird der Ersatzpinguin rausgeschmissen. Und Achtung: Wusstet ihr, dass es schwule Pinguine gibt?!? Da man sich aber ja fröhlich gegenseitig betrügt bis der richtige auftaucht, bleibt auch für die ein Ei zum Ausbrüten übrig ;-)
Nach diesem überaus unterhaltsamen und informativen Vortrag gingen wir direkt hoch zum Mittagessen, heute alles asiatisch. Zum Glück nicht der Nachtisch. Ob man es glaubt oder nicht, danach war ich bereit für meinen Mittagsschlaf, aber nur kurz ;-) Um halb 3 mussten wir zum verpflichtenden Klamottenputz in die Lounge, bevor es zum nächsten Vortrag ging, Geopolitik der Antarktis. Erstaunlicherweise auch sehr interessant, trotz fehlender Tierbilder.
Um vier machte ich mich endlich mal auf zur Brücke, die steht Besuchern fast immer offen. 

Ganz schön viele Gerätschaften und doch scheint das Schiff ganz alleine zu fahren. Danach ging ich samt Notebook auf einen Cappuccino in die Mainlounge. Ich schrieb ein wenig Blog, während um mich herum noch fleißig gesaugt wurde. Unsere asiatischen Freunde hatten teilweise mal wieder nicht den Termin zum Kleidungsputz eingehalten…Um halb 6 war Recap-Time, es ging um Plankton, Wale und was wir morgen sehen werden, wenn wir Glück haben. Als wir aus dem Theater rauskamen, war der Nebel plötzlich weg und es kam kurz darauf die etwas beängstigende Ansage des Kapitäns, in etwa „Eisberg voraus“. 


Wir navigierten aber sicher außenrum, war schon ein ausgewachsenes Exemplar. Danach bastelte ich nochmal kurz am Fotobuch, bevor es um halb 8 zum Abendessen ging. Draußen begann es – pünktlich zu Weihnachten – zu schneien.
Langsam merkt man, dass wir schon einige Tage unterwegs sind, der Salat wird knapp. Seit einigen Tagen sieht man schon kaum mehr Tomaten, Gurken werden auch seltener und heute war auch kein grüner Salat mehr da ;-) Ist ja auch schon krass, wenn man überlegt, dass hier ja echt alles aus Ushuaia mitgenommen werden muss und man nicht eben mal im nächsten Hafen nachkaufen kann… Das begrenzt mit Sicherheit auch die Dauer einer solchen Reise, alles, was über 2-3 Wochen hinausgeht, erfordert vermutlich, dass ein anderes Schiff mit frischer Ware vorbeikommt. Naja, wir sind flexibel und essen eben, was da ist. Und das ist immer noch mehr Salat als ich jemals in Guyana gesehen habe ;-)
Nach dem Essen führten wir noch eine lange Unterhaltung über die verschiedenen Schulsysteme (und Unis) in Deutschland, Schweiz, Holland und den USA. V.a. von der Schweiz war ich mehr als überrascht. Gegen dreiviertel neun ging ich dann in die Kabine bzw. mit Notebook nochmal in einen Bereich mit besserem Internet. Heute Abend gibt es nur ein klassisches Konzert im Theater, das lockt uns alle nicht so.
Und außerdem wollen wir ja morgen fit sein, denn da ist endlich der Tag, auf den alle gewartet haben, und damit meine ich nicht Weihnachten! Morgen früh betreten wir, wenn alles gut geht, den weißen Kontinent! Also, ihr könnt euch vorstellen, ich bin so aufgeregt, als ob morgen das Christkind kommt!
So, in diesem Sinne wünsche ich euch allen Fröhliche Weihnachten mit Euren Lieben!!! Feiert schön, lasst euch nicht von Kleinigkeiten stressen, genießt die Zeit!!! 
Und liebe Grüße vom Weihnachtsmann!

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