Samstag, 21. Dezember 2019

21.12.19 - Letzter Landgang auf South Georgia

Nach einer ruhigen Nacht wurde ich heute früh um dreiviertel 7 vom Kapitän höchstpersönlich geweckt, der über Lautsprecher verkündete, dass die Landgänge wie geplant stattfinden würden. Also raus aus dem Bett und rein in die warmen Klamotten, draußen hatte es knapp unter 0°C. Dann holte ich schnell noch Müsli und Obst aus dem Restaurant, denn – total bescheuert – heute, wo wir etwa um halb 9 zurückkommen würden, hatte das Restaurant nur bis halb 9 auf, statt wie sonst bis halb 10…
Ich schnappte mir meine Sachen und machte mich auf in die Main Lounge, wo die anderen sich schon anzogen. Wenige Minuten später saßen wir im Zodiac und wurden ziemlich trocken an Land gebracht.



Unser letzter Landgang auf South Georgia war der entspannteste. Keine aggressiven oder schlecht gelaunten Seebären, dafür viele Baby-Seeelefanten, die super neugierig und verspielt waren. Flaggen umschubsen war definitiv das Lieblingsspiel, dicht gefolgt von Gummistiefel anknabbern! 



Hier sieht man zwei einsame Gentoo-Pinguine.
Meine Hypothese: Die Freunde sind einfach abgehauen, während die 
beiden tief und fest gepennt haben und nun sin die auf der Suche...



Neben diesen süßen Riesenbabies standen Tausende von Königspinguinen herum. Anders als gestern sahen wir heute auch wieder ganz viele im Kinderalter mit ihrem flauschigen braunen Fell und viele in unterschiedlichen Teenager-Phasen. Wenn man ehrlich ist, sie sehen schon echt völlig bescheuert aus, wenn ihnen da so nach und nach die Federn ausgehen!



Hier trägt wohl ein alter ein Fluffy-Pinguin-Kostüm...


Aber die Erwachsenen haben es einmal im Jahr auch nicht besser, wenn sie ihr Federkleid wechseln. Ich hoffe, der Bikini-Träger hier ist wenigstens ein Weibchen!


Heute versuchte ich mal, gar nicht so viele Fotos zu machen (waren nur 50!), sondern genoss es einfach, den putzigen Kerlchen zuzuschauen. Und wenn man still steht und nicht mit der Kamera zappelt, kommen sie auch immer näher!

Die Chinesen-Gruppe war heute ja wieder vor uns dran und der Ton unserer echt lieben Guides ihnen gegenüber hatte sich ganz schön geändert. Anscheinend haben sie gestern wieder sämtliche Regeln missachtet und waren kaum mehr einzufangen. Heute hörte ich Sätze wie: „Ich weiß, dass es Sie nicht interessiert, aber Sie gehen jetzt zum Zodiac und fahren zurück!“ Einer hatte es wohl sogar geschafft, es sich mit dem Kapitän persönlich zu verscheißen, dabei macht auch der einen total ruhigen Eindruck und scheint nicht leicht aus der Ruhe zu bringen zu sein…
Dabei hatten wir heute auch echt reichlich Zeit, über eine Stunde und wir mussten nirgendwo hinlaufen, sondern landeten direkt im Zentrum des Geschehens. Die sind einfach nur bescheuert, sorry!!!
Gegen dreiviertel 9 fuhren auch wir ganz entspannt und mit dickem Grinsen im Gesicht zurück. Kalt war es letztendlich dann doch nicht, obwohl es ganz leicht schneite, hatte mehr als genug Klamotten an. Aber es war nicht windig und zwischendurch zeigte sich auch mal die Sonne.
Zurück an Bord zog ich mich um und frühstückte in der Main Lounge mein Müsli mit einem Glühwein. Kristin hatte die Frühstückszeiten nicht gelesen und stopfte sich nun mit Snacks, die hier angeboten werden, voll. Danach gab es noch einen Cappuccino, bevor ich ins Gym ging. Die Idee hatten heute einige, es waren zeitweise alle Geräte belegt. So musste ich nach meinem MaxxF halt echt mal warten, bis erst ein Laufband und dann auch ein Fahrrad frei wurden. Um 11 Uhr wurde der Anker gelichtet und wir machten uns auf unseren langen Weg nach Süden.
Nach meinem kleinen Workout ging ich duschen und ein paar Klamotten waschen, die ich erst in der Antarktis in drei Tagen wieder brauchen werde. Danach sichtete ich schnell Fotos, bevor ich schon wieder hoch an Deck musste, um neue zu schießen, denn wir fuhren an einigen äußerst beeindruckenden Eisbergen vorbei. Leider waren die so groß, dass eine sichere Einfahrt in den spektakulär anzusehenden Drygalski Fjord unmöglich war.


So mussten wir uns beim Mittagessen mit seiner Außenansicht begnügen. Heute stand alles unter dem Motto „Orientalisch“, für meinen Geschmack beinhaltet das ein paar Rosinen zu viel…
Nach einem leckeren Nachtisch verzog ich mich für einen Powernap in mein Bett, bin schon wieder fest eingeschlafen, ich beginne, mich daran zu gewöhnen… Nur mit Mühe kam ich kurz vor halb 3 wieder aus den Federn, denn Lindsay hielt einen Vortrag über die Kultur der Wale und Delfine. Super interessant, wie ähnlich die uns sein können. Klasse fand ich auch das abschließende Zitat:


Trifft es, wie ich finde, ziemlich gut! Nach dem Vortrag gingen wir wieder in unsere Kabine, ich begann mit Blog schreiben. Um halb 5 ging es weiter zum Recap-Vortrag über das, was wir die letzten Tage bewundern konnten und auch, was und sonst noch so erwartet. Direkt danach gingen wir zum Trivial Pursuit in die Main Lounge, nur Stress hier die ganze Zeit! Wir waren gar nicht mal so schlecht, immerhin, die Hälfte der Antworten stimmte ;-)
Um halb 7 ging ich zurück in die Kabine, um den Blog weitestgehend fertig zu schreiben. Heute Abend ist im unteren Restaurant White Night, hm, ob ich da wohl in Bademantel und Gummistiefel aufschlagen kann?!? Nein, die Mehrheit von uns wird wohl oben essen gehen… 


Dort oben war es heute auch relativ leer, zumindest kein so Gedränge wie mittags. Es gab ein leckeres indisches Curry und ich konnte auch etwas scharfe Soße dafür auftreiben (alle Inder waren leider unten, denn die haben immer eigene scharfe Soße dabei…). Nach dem Essen gingen wir in die Main Lounge, dort war heute Rock’n’Roll, Country und noch irgendwas Dance. Nicht ganz mein Fall, aber wir unterhielten uns gut. Kurz nach 11 machte ich mich dann auf den Weg ins Bett. Morgen früh gibt es keine „dringenden“ Termine, also kann ich „ausschlafen“. Gute Nacht!

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