Dienstag, 10. Dezember 2019

10.12.19 - Ernstzunehmende Wanderung mit Schnee


Das Abendessen gestern war wieder der Hammer: Salat mit irgendeinem frittierten Gemüse drauf und Kokossoße, danach ein argentinisches Linsen-Stew mit geheimen venezuelischen Gewürzen. Zum Nachtisch auf Wunsch wieder Birne in Rotweinsoße, aber zusätzlich mit einer leckeren Creme. Zu sehen auf Instagramm… Gegen halb 12 war ich im Bett und schlief auch gleich ein.
Heute früh war ich leider kurz nach sechs wach und konnte nicht mehr einschlafen. Um acht bin ich aufgestanden, Frühstück wollte heute so gar nicht runter gehen… Meine zwei Mädels sahen auch nicht fit aus, somit startete ich heute alleine mit meinem lieben Gipsy in Richtung Cathedral. Der Bus brachte mich in einen richtigen Skiort auf 1100m.
Von dort ging es los, um zehn Uhr begann ich meine Wanderung. 21km lagen vor mir, Gipsy hatte den Trail gespeichert. Das Wetter war ziemlich perfekt, bewölkt und nicht so warm, aber schon nach wenigen Minuten warm genug, um im T-Shirt und kurzer Hose zu laufen. Hinter mir purzelten noch ein paar andere Wanderer aus dem Bus, aber die sah ich nie wieder.


Mein erstes Ziel war das Refugio Frey, Schilder verkündeten mir 3-4h. Unterwegs kamen mir nur ganz wenige Leute entgegen. Aber eine ganze Schulklasse, die offensichtlich auf der Hütte geschlafen hatte. Da soll noch mal einer am Wandertag klagen! Ich fühlte mich jedenfalls fit und kam zügig voran. Die erste Stunde ging es auch recht ebenerdig dahin, ich umrundete den halben Berg, dann erst ging es langsam hinauf. Aber nicht so steil wie die anderen kleineren Berge der letzten Tage. Weit oben kreisten ein paar echt große Vögel, könnten tatsächlich Kondore gewesen sein, aber sicher bin ich mir nicht.


Kurz vor dem Refugio kam ich durch das erste bisschen Schnee und nach knapp drei Stunden war ich auf knapp 1800m auf der Hütte und trank einen Kaffee. Klasse hier, Lunchpakete dürfen gegessen werden, Tee gibt es umsonst und man bekommt heißes Wasser für die eigene Thermoskanne, wenn man dafür ne Tüte Müll abtransportiert! Ich hatte keinen wirklichen Hunger, und war daher schon um Viertel 2 wieder unterwegs.

Der restliche Weg sollte noch einsamer werden, ich sah überhaupt niemanden. Aber ich wusste zwei Schweizer hinter mir, die noch etwas essen wollten und dann auch diesen Weg nehmen würden. Das Refugio war knapp vor der Hälfte der Gesamtstrecke. Von dort ging es idyllisch an einer Lagune entlang, leider im Schnee. Wirklich wohl fühlte ich mich darin nicht, da man immer mal wieder völlig unerwartet versank. Bis zum Ende der Lagune hatte ich die Hoffnung auf einen versteckten Weg, der zwischen den Berghängen durch gehen würde, aber der existierte nicht. 


Es ging steil bergauf, über Schnee und Felsen. Hier war es sehr gut, dass ich den Trail hatte, denn man sah kaum einen Weg oder Markierungen.

200m höher kam ich zu der schönen kleinen Lagune Schmoll. Doch wider Erwarten war auch die nicht der höchste Punkt, eine Spur zog sich bergauf durch den Schnee… 

Eine halbe Stunde später hatte ich es aber dann doch geschafft, auf 2050m war ich am höchsten Punkt des Weges angelangt. Inzwischen war es halb 3.

In weiter Entfernung konnte ich immerhin schon mal die Bergstation einer Gondel sehen. Dorthin ging es eigentlich flach, aber bei Weitem nicht schnell… Der Hang fiel links steil ab, ich musste mir meinen Weg durch Geröll kämpfen, die Strecke zog sich ziemlich. Zumindest war auf dieser Seite des Berges kein Schnee und die Markierungen waren sehr reichlich.

Irgendwann kam ich in der Nähe der Bergstation raus und auf der anderen Seite war der Ort im Tal zu sehen. Von hier ging es dann doch recht schnell runter. Immer wieder durch Schnee, über Pisten, teils Schotter und Geröll. Aber es lief sich meist recht gut, wenn es auch ordentlich staubte. Hier gibt es schon einiges an Pisten und Liften, aber ganz schön 90er. Wer mal wieder in einem alten klapprigen Zweiersessel sitzen möchte, ohne Sitzheizung und Haube, der sollte mal hier Skiurlaub machen!

Kurz nach halb 5 war ich unten, meine Knie und Füße waren super froh darüber. 6,5h und 21km auf und ab über Stock und v.a. Stein. An der Bushaltestelle saß schon einer aus meinem Hostel, der nur bis zum Refugio und den gleichen Weg zurück gelaufen war.
Gegen fünf kam der Bus, der uns zurück brachte. Ich blieb bis zum Stadtzentrum sitzen, jetzt hatte ich echt Hunger und konnte nicht bis zu unserem super Menü warten. Ellen hatte mir ein vegetarisches por-kilo Restaurant empfohlen. Dorthin ging ich also, klang schnell und viel! War auch ganz ok, aber nicht überragend. Nichts gegen unseren Starkoch, aber ich war satt. Danach gab es noch ein Eis, bevor ich zum Hostel zurückfuhr. Gegen 7 war ich zurück und ging wieder einmal direkt in die Dusche und danach kurz in mein Bett.
Danach wie üblich nach unten ins Wohnzimmer, wo auch schon einige saßen und Wein oder Bier tranken. Mein Weizen aus dem Kühlschrank hatte ich mir definitiv verdient!!! Jetzt ist es kurz vor halb 10, das Dinner für die anderen hungrigen wird gleich aufgefahren, ich durfte vorhin schon mal kosten! Werde mir das dann mal noch anschauen und dann tot ins Bett fallen.
Morgen ist leider schon mein letzter Tag hier, die Zeit verging wie im Flug. Mal sehen, was ich machen werde, auf jeden Fall keine lange Wanderung!


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