Donnerstag, 19. Dezember 2019

19.12.19 - Königspinguine, Seelöwen und Seeelefanten



Das Spiel gestern Abend war echt ganz witzig. Wir bildeten Gruppen (wir waren die Disco-Hopper, also die Disco-Rockhopper-Pinguine), dann wurden Fragen gestellt und man musste immer versuchen, die Antwort zu geben, die die Mehrheit geben würde (Majority Rules). Also z.B. „Was hat jede Frau in der Handtasche?“. Die meisten Teams sagten Lippenstift und die bekamen einen Punkt, während die anderen leer ausgingen. Nach dem Spiel war es schon nach 11 und wir gingen ins Bett.
Heute früh klingelte um halb 8 der Wecker, aber ich war schon vorher wach. Vor dem Fenster lag South Georgia, doch von der Insel sah man kaum etwas, sie war über und über voll mit Seelöwen, - Elefanten und Königspinguinen! Auch im Wasser war ordentlich was los! Ich zog mich an und ging nach oben zum Frühstück. Danach machten wir uns abfahrbereit und warteten auf die erlösende Ansage, dass ein geeigneter Landeplatz für uns gefunden war. Das war bis zuletzt nicht ganz sicher, da eine ziemlich starke Brandung herrscht und außerdem ein „leerer“ Strandabschnitt gefunden werden musste. Das Wetter war besser als befürchtet, es war trocken und relativ „warm“.
Mit etwas Verspätung war es dann aber soweit und um halb 10 fuhren wir mit unserer neuen weißen Gruppe an Land. Offensichtlich hatten wir chinesisch gegen französisch getauscht, die sind zwar bei weitem weniger anstrengend, aber wir mussten immer um Übersetzung bitten ;-) Mit den Zodiacs ging es etwa zehn Minuten an der Küste entlang und in eine kleine Bucht zum Landen. Um uns herum schwammen überall schon Seelöwen und Pinguine (und andere Vögel), die uns interessiert beobachteten. 


Riesenbaby (Seeelefant)


Am Strand angekommen wurden wir zunächst zügig weiter geschleust, denn überall lagen Seelöwen und Seeelefanten herum und beäugten uns interessiert. Dann folgten wir einem kleinen Fluss und sahen sie überall. Große, kleine, dicke, dünne (ok, die weniger), helle, dunkle, einfach überall! Wahnsinn! Von der 5m-Regel hatten die meisten auch noch nicht so viel gehört. Wir waren dazu aufgefordert worden, unsere Schiffsregenschirme zur Abschreckung mitzunehmen, Jeff hatte im Vorfeld schon etwas trainiert ;-) 


Auch die kleinen Babies, die überall rumlagen und spielten, war zuckersüß! 



Königspinguine sahen wir gar nicht so viele, aber knuffig waren sie auf jeden Fall. Einer marschierte ganz allein daher und blieb dann stehen, als ob er für Fotos posieren wollte. 








Die anderen marschierten brav hintereinander her. Einer von ihnen war gerade in der Phase, in der er seine Federn komplett wechselt. In dieser Phase sind die armen Viecher nicht waterproof und müssen daher an Land bleiben. Und da es keinen Zimmerservice gibt, sind sie zum Fasten verdammt…









Mit der Zeit schlug das Wetter ein wenig um und es begann zu regnen. Auf dem Weg zurück konnten wir ein paar junge Elefantenbullen beim Kampf beobachten, auch wenn das auf den Bildern recht verspielt wirkt. 



An Bord unserer Zodiacs zurück zu kommen, war auch nicht so einfach, denn diese sowie unsere Schuhwaschanlagen waren von neugierigen Seelöwen belagert. Dann ging es aber doch zurück, inzwischen war unser Schiff näher gekommen, so dass wir nicht so weit fahren mussten. 




Kaum waren wir zurück an Bord, wurde die zweite Gruppe an Land gebracht (wie schon erwähnt, max. 100 Leute gleichzeitig sind erlaubt). Ich zog meine nassen Sachen aus (alles nur von außen nass) und traf mit mit Notebook und den anderen auf eine Tasse Glühwein in der Lounge. 163 Fotos und ca. 10 Videos wollten gesichtet werden… Das Internet funktionierte gerade sehr gut, so dass ich auch gleich eine erste Auswahl für den Blog hochladen konnte.
Um halb 1 gingen wir oben Mittagessen, es gab unter anderem ein sehr leckeres Pilz-Risotto und Tiramisu. Danach hatten wir ein wenig Freizeit, da sich alles etwas verzögert hatte, fand unser Briefing für den Nachmittag erst kurz nach 2 statt und ich konnte schon mal mit dem Blog beginnen…




Nach dem kurzen Briefing über unsere weiteren Stopps auf South Georgia musste ich mal schnell einen Glühwein trinken gehen, denn zeitgleich fand in Hof mein alljährliches Glühwein-Geocacher-Event statt. Danach setzte ich mich in die Observation Lounge, denn wir fuhren gerade in einen Fjord ein, an dessen Ende unser zweiter Landgang starten sollte. Doch der verzögerte sich noch etwas, denn alles war voll mit Seebären und die waren ziemlich aggressiv, es dauerte also, bis ein guter Platz zum Landen für uns gefunden war.
Um fünf war es dann endlich soweit, wir durften von Bord. Am Strand mussten wir aber schnell machen und erstmal durch die ganzen Seelöwen durch. Unglaublich viele kleine lagen dann entlang unseres Weges der uns zu einer (angeblich gar nicht so) großen Pinguinkolonie brachte.

Nur einer von 800 ist weiß!


 


Wahnsinn, wie viele da rum standen! Wir knipsten, was das Zeug hält! Und endlich sahen wir auch die braunen, flauschigen Exemplare. Früher dachte man, das wäre eine eigene Gattung, aber dann stellte sich heraus, so sehen die Teenager-Königspinguine aus! Wenn ihr genau hin kuckt, seht ihr, dass ein paar gerade völlig bescheuert aussehen und schon teilweise ihr braunes flauschiges Federkleid verloren haben! 




Nach kurzer Zeit mussten wir uns auf den Rückweg machen, denn an Bord warteten schließlich noch 100 Passagiere darauf, auch an Land zu dürfen. Das haben leider unsere chinesischen „Freunde“ nicht kapiert! Die waren als erstes an Land, eine Viertelstunde vor uns, hätten also auch zuerst zurück gemusst. Die armen Guides taten uns etwas leid, sie versuchten alles, aber die Chinesen sind offensichtlich der Meinung, Regeln gelten für sie nicht. Ihre Dolmetscherin ist genauso schlimm und hat erst auf ausdrückliche Aufforderung überhaupt etwas gesagt. Letztendlich haben dann auch Kristin und ich diese Fotojunkies vor uns hergetrieben. Kapiert haben sie es nicht… Waren wie eine schwer erziehbare Schulklasse… Sobald die Guides sie aus den Augen ließen, machten sie wieder Bilder...





Somit hat sich alles verzögert, denn schließlich standen alle zeitgleich am Ufer zur Rückfahrt und an Bord alle übrigen zur Hinfahrt. Die waren auch schon etwas genervt, als ich ihnen den Grund unserer Verspätung erklärte. Geht halt einfach nicht, dass alle auf die warten müssen. Ist ja nicht so, dass wir nicht auch Fotos machen wollen!



Zurück an Deck wurden die Schuhe wieder super gründlich gereinigt, morgen kommt die scharfe Kontrolle an Bord. Dann ging ich in die Kabine, hängte alles zum Trocknen auf und sprang in die Dusche. Danach sichtete ich meine Bilder, dieses Mal war ich etwas sparsamer unterwegs, und schrieb den Blog weiter.
Kurz nach 8 Uhr gingen wir zum Abendessen nach oben. Die letzten „roten Pinguine“ standen immer noch am Ufer und warteten auf ihren Abtransport. Heute gab es einen leckeren vegetarischen Quinoa-Burger und wieder viele andere leckere Sachen, ich bin mal wieder pappsatt. Jetzt ist es Viertel 10, die heutige Show wurde gerade auch etwas nach hinten geschoben, so dass ich gerade auf dem Bett liegend den Blog vollenden kann.

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