Freitag, 20. Dezember 2019

20.12.19 - Besuch in der "Stadt" und viele Pinguine

Die Show gestern war tänzerisch echt richtig gut und es zeigte sich auch, dass das bei Seegang nicht funktionieren kann. Leider war es etwas „Perlen vor die Säue werfen“… Danach ging nicht mehr viel und gegen 11 Uhr war ich im Bett.
Heute Morgen klingelte der Wecker um halb acht und wir lagen schon in der Bucht von Grytviken, der „Hauptstadt“ von South Georgia mit ca. 30 Einwohnern (im Sommer)… Wir gingen nach oben zum Frühstück, um Viertel 9 gab es dann ein kurzes Briefing von einer Inselbewohnerin. Es kam zu einer kleineren Verzögerung, der Gouverneur der Insel wollte zufrieden gestellt werden, also wurde jeder von uns nochmal auf nicht 100%ig saubere Schuhe, Hosen, … gecheckt (dabei sind gestern Abend noch die Tourguides mit Schraubenziehern durch die Gänge gekrabbelt, um alle Schuhe zu checken. Um zehn waren wir aber dann doch an der Reihe und durften an Land. Das Wasser in der Bucht war super ruhig und somit ging alles sehr schnell. Zwei Gento-Pinguine standen als Begrüßungskomitee bereit.


Wir landeten in der Nähe des alten Walfänger-Friedhofs. Einer der berühmtesten „Bewohner“ dort ist Sir Ernest Shackleton, berühmt für seine Polarexpeditionen Anfang der 20. Jahrhunderts. Zu seinen Ehren bekamen wir alle einen Whisky, um auf ihn anzustoßen. Danach durften wir relativ frei zu den Überresten der alten Walfang-Fabrik laufen. Ein ziemlich skurriler Lost Place, der von einigen Seebären bewacht wird. Pinguine gab es auch ein paar, aber die sahen eher aus, als hätten sie sich verlaufen. Es war heute ein perfekter Sommertag (für diesen Breitengrad), Jacke, Mütze und Handschuhe wurden nur durch die Gegend getragen.





Neben der Fabrik gibt es hier auch ein kleines Museum über den Walfang, das Leben hier, Polarexpeditionen, … Auch die Reste einer Skisprungschanze sind zu sehen (waren eben echte Norweger, die hier lebten). Neben dem Museum gab es eine Poststation und einen kleinen Souveniershop, ein Gerammel da drin wie kurz vor Weihnachten ;-) Für manch einen war das heute wohl das ersehnte Kommando, endlich konnte man Geld ausgeben!



Um 11 Uhr hatten wir die Wahl zwischen einer Fabriktour und einer kleinen Wanderung, die uns in die nahegelegenen Hügel führte und am Ende einen tollen Blick zur anderen Inselseite lieferte. Schon nach 20 Minuten kam die obligatorische Frage eines Chinesens: Wie weit ist es denn noch? Nach vielleicht 40 Minuten waren oben, genossen kurz die tolle Aussicht und machten uns dann auf den Rückweg.




Im Ort entdeckte ich dann auch noch ein perfektes Beispiel, wie die ideale Antarktis-Expeditionskleidung auszusehen hat. Es war heute übrigens unglaublich schlammig… Die Rückfahrt ging heute auch sehr schnell, aufgrund der verschiedenen Tourlängen musste man nicht auf ein Boot warten. 



Zurück an Bord hängte ich meine Hose zum Trocknen auf, zog die Bilder aufs Notebook und ging zum Mittagessen. Heute gab es Fish & Chips und Barbecue auf der Sonnenterrasse.


Im Anschluss begann ich mal mit dem Blog, wurde aber nach kurzer Zeit durch eine Walsichtung vor unserem Balkon unterbrochen. Wir drehten sogar eine Ehrenrunde um ihn und er war auch ganz nah, allerdings nicht so fotogen wie der vor zwei Tagen. Kurz nach 2 gab es ein kurzes Briefing für heute Nachmittag, jetzt haben wir aber lange Zeit, wir sind heute in der zweiten Gruppe und starten erst nach 5 Uhr. Immerhin, die Chinesen die letzten, somit muss heute keiner wegen ihnen warten…



Letztendlich war es dann dreiviertel sechs als wir an Land gebracht wurden. Starke Wellen hatten die Landungsplatzsuche erschwert und aufgrund immer stärker werdenden Windes wurde die Dauer etwas gekürzt, so dass wir letztendlich eine dreiviertel Stunde an Land hatten. Aber definitiv ausreichend, wenn man nicht trödelt. Direkt am Landungsplatz lagen einige sehr entspannte riesige Seeelfanten. 

Die hatte ich erst gar nicht wahrgenommen, sahen aus wie große Sandhaufen und ich war von den Pinguinen abgelenkt, die wie ein Empfangskomitee für uns bereit standen und fröhlich winkten. Wir durften uns relativ frei bewegen, vermutlich, da es nur wenige der aggressiveren Seebären hier gab. Die Königspinguine überwogen ganz klar. Und die sind wirklich immer unglaublich freundlich und jederzeit bereit für ein Foto. 





Jaja, 8°C können durchaus zu warm sein, wie gut tut da ein erfrischendes Fußbad!

Leider konnten wir aufgrund zu viel Wassers nicht über den Fluss hinüber, aber auch so konnte man die Massen von Pinguinen gut sehen. Die Chinesen standen uns auch kaum im Weg, da sie ja erst nach uns an Land gebracht worden waren. Wie man die hier wieder einfangen kann, ist mir aber ein Rätsel. Eine Stunde später waren wir zurück an Bord, jetzt wurden auch wieder einige Crew-Mitglieder an Land gebracht für einen kurzen Blick wenigstens. 

Circle of Life





Ich duschte, sichtete Fotos und machte mit dem Blog weiter, bevor wir uns um acht Uhr auf den Weg ins Restaurant unten machten. Fünf leckere Gänge warteten auf uns, auch wenn ich nach wie vor das Buffet bevorzuge, trotz all der Chinesen dort, aber man kann sich halt schön seine Sachen aussuchen und mehr Salat gibt es auch!
Genau rechtzeitig zur heutigen Tanzshow „Continents“ waren wir fertig. Kristina und ich gingen hin, tänzerisch absolut erstklassig, v.a. wenn man Bühnengröße, Deckenhöhe und v.a Seegang berücksichtigt. Muss die Mädels mal fragen, wo sie getanzt haben, gab schon viele Elemente, die man auch ständig bei TAF sieht… Gegen halb 11 war die Show zu Ende und wir gingen in unsere Kabinen. Morgen müssen wir schon um 7.15 Uhr starten, wenn es nicht wieder zu einer Verzögerung kommt…

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