Sonntag, 3. November 2019

02.11.19 - Vögel und nochmal ganz viel Wasser


Tja, wenn einmal (!) das Wifi im Bus auch funktionieren würde, aber mal wieder keine Verbindung zum WWW ;-)
Heute Nacht hab ich gut bei offenem Fenster geschlafen, war warm, aber nicht zu warm, so dass ich es sogar irgendwann zu gemacht habe. Gegen 7 war ich wach, packte meine Sachen und saß um 8 beim Frühstück. Um 9 stand ich an der Bushaltestelle und fuhr zum Parque das Aves, also dem Vogelpark. Der ist auch gleich ums Eck und auch hier war ich schon mal. Aber die haben hier in den letzten Jahren schon ganz schön viel Neues gebaut: Das größte Wachsfigurenmuseum Südamerikas, einen Wasserpark, eine Eisbar mit -10° (wer’s braucht), Dinosaurierland und was weiß ich nicht alles.
Auch beim Vogelpark konnte man die Warteschlange im Do-it-Yourself-Modus umgehen. Drinnen war schon ziemlich viel los und was etwas nervt ist, dass direkt gegenüber ungefähr alle 10 Minuten ein Heli zum Rundflug abhebt. Arme Vögel. Der Park war auch beim 2. Besuch schön und dank Zoomobjektiv sind die Bilder auch noch viel besser geworden. Auch wenn ich beim 1. Mal – wie ich gerade gesehen habe – echt jeden Vogel geknipst habe ;-) Ansonsten hat sich der Park auch etwas weiterentwickelt und ist etwas anders gestaltet.
 Eine Posteule, erholt sich gerade von ihrem Langstreckenflug aus Hogwarts...

 Harpie-Adler beim Abflug



 Ich liebe diese Frisur!


Die Arbeit, die hier gemacht wird, ist echt klasse. Ein Großteil der Vögel wurde aus schlechter Umgebung gerettet und hierher gebracht. Andere Arten sind in freier Wildbahn schon völlig ausgestorben oder dank Regenwaldabholzung kurz davor und man versucht hier sie nach zu züchten.
 Den Papagei oben gibt es nicht mehr oft und das Vieh unten ist in freier Wildbahn komplett ausgestorben, es gibt nur noch 5 Exemplare im Park.

Durch viele der Volieren darf man durch laufen, ein paar freche Exemplare zwicken einen da schon mal ins Bein. Beim fotogenen Tukan war ordentlich was los und man musste zum Fotografieren anstehen. Aber da ich ja schon Tukane aus der Nähe hatte, bin ich direkt weitergegangen.

Das Papageienhaus ist auch richtig toll, auch hier sitzen einige Vögel da und warten richtig darauf, fotografiert zu werden.

Ebenfalls der Hammer ist das Schmetterlingshaus, einige riesige Exemplare fliegen hier rum, dazu auch ein paar Kolibris. 

Am Ende kommt man zu dem Punkt, an dem man mit Papageien fotografiert wird. Jetzt wohl etwas tierfreundlicher als damals, vielleicht auch einfach aufgrund der gestiegenen Besuchermenge. Ich erinnere mich, dass der Vogel mir damals bestimmt 5 Minuten auf dem Arm saß und niemand anstand.



Gut, heute war natürlich auch noch Samstag und vermutlich noch mehr Andrang. Waren viele Familien mit kleinen Kindern unterwegs.
Kurz vorm Ausgang gab es dann noch einen sehr leckeren Açai zur Stärkung. Draußen checkte ich kurz die Lage und beschloss, für 3€ Uber zu fahren anstatt für 1€ Bus und dann vermutlich 2km zu laufen und so war ich schon kurz nach 12 wieder am Hostel.
Jetzt war Action angesagt, denn ich wollte ja endlich Wakeboarden. Etwas nervös war ich schon. Zum einen hatte ich ja keine Ahnung, ob ich überhaupt noch können würde, ist doch schon über ein Jahr her. Zum anderen ist die Anlage hier halt mal völlig anders. Bisher war ich immer auf einer langen Strecke im „Kreisverkehr“ unterwegs. Einmal starten, drei Runden fahren und dann Pause. Hier kann immer nur einer fahren, denn es geht hin und her. 20 Minuten am Stück. Am hinteren Ende muss man also irgendwie eine Kurve hinkriegen und zurück fahren, wenn man rein fällt, wird man eingesammelt, muss dazu aber natürlich aus dem Wasser starten können. Ob ich das kann, wusste ich nicht. Wobei es ähnlich schien wie beim Kitesurfen.
Ok, also los ging’s. Ich bekam auch gleich ein „echtes“ Board. Der erste Start vom Rand klappte perfekt und auch die Kurve hinten ging super. Auch die späteren Starts aus dem Wasser waren super einfach, hätte ich nicht gedacht. Nach zweimal hin und her wurde ich gefragt, ob ich einen Helm möchte. Zu Deutsch: Willst du versuchen zu springen? Klar wollte ich, auch wenn ich etwas Schiss hatte, denn der Typ meinte, der große Kicker sei am einfachsten. Der erste Versuch ging auch gleich mal schief, ich knallte richtig schön auf den Rücken und alle Luft wurde aus mir heraus gepresst. Beim 2. Mal war es schon besser, ich fiel weicher… Alle guten Dinge sind 3 und ich saß zwar kurz mit dem Hintern im Wasser, konnte aber weiter fahren. Und danach klappte es auch ein paar Mal, juhu!
Als meine Zeit um war, war ich ziemlich platt und brauchte erstmal eine Pause am Ufer im Schatten. Ich las etwas und sah einem anderen Typen zu, der auf einem ähnlichen Level unterwegs war. Gegen 3 Uhr startete ich meine 2. Runde. Nach zwei, drei Versuchen sollte ich auch noch einen 180 ausprobieren, also eine halbe Drehung in der Luft. Dauerte ein Stück, ich setzte mich immer am Ende auf den Hintern. Aber schließlich beim letzten Versuch funktionierte es und ich stand, doppelt juhu!


Muss echt sagen, die beiden Typen wussten, was sie tun und gaben immer die entscheidenden Tipps, die ich auch meist schnell umsetzen konnte. Somit hat sich das heute echt gelohnt, auch wenn ich mit 33€ deutlich teurer weg kam als für ein paar Stunden in Deutschland. Dafür hat man aber die super individuelle Betreuung und muss bei einem Sturz nicht ans Ufer schwimmen und evtl. weit zurück laufen. Zum Lernen von Tricks also schon ziemlich genial.
Happy und erledigt lud mich ein etwas älterer Franzose gleich mal noch auf ein Bier ein und wir unterhielten uns. Der Typ hat auch alles richtig gemacht. Vier Monate im Jahr bietet er Kajak- und Canoningtouren in Südfrankreich an, das restliche Jahr hat er Urlaub! Später sonnte ich mich noch kurz und sah ein paar Anfängern zu, nach dreimal komme ich mir gar nicht mehr so schlecht vor ;-) Gegen 5 duschte ich und machte mich abfahrbereit.
Leider ließ Uber mich im Stich, kein einziges Auto wollte zu mir kommen, also biss ich in den sauren Apfel und lief los in Richtung Hauptstraße. Die ganze Strecke über versuchte ich es weiter, erfolglos. Und der blöde Shuttlebus kam jetzt natürlich auch nicht, wenn man ihn mal wirklich braucht… Erst kurz vor der Hauptstraße sagte eine Fahrerin zu und – im Gegensatz zu drei anderen vorher – auch nicht wieder ab! Sie sammelte mich an der Hauptstraße ein – die Dusche hatte sich voll gelohnt!
Kurz nach sechs war ich am Rodoviaria. Zum Glück war ich so früh gestartete, ich hatte noch gemütlich Zeit, mir ein Subway-Menü rein zu hauen. Der Busbahnhof ist echt toll, sehr sauber, könnte problemlos auch in Deutschland sein. Satt gings in meinen Bus, Cama Leito. Die Fußteile lassen sich wieder komplett flach stellen und auch die Rückenlehne geht fast komplett waagrecht. Momentan bin ich im unteren Bereich noch völlig allein, aber das sollte sich noch ändern, als ich gebucht hatte, war hier unten schon keiner der Einzelsitze mehr frei.
Jetzt ist es dreiviertel acht, der Blog ist soweit fertig, die Bilder sind gesichtet und aussortiert. Werde jetzt wohl mal den Kindle auspacken und noch etwas lesen und dann früh schlafen. Ich glaube, ich krieg nen ordentlichen Muskelkater, juhu, hatte ich schon lange nicht mehr!!!

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