Sonntag, 15. September 2019

15.09.19 - Großstadtdschungel


Tatsächlich, heute Nacht war die AC so freundlich eingestellt, dass ich in meinem kurzen Schlafanzug und nur mit einem Betttuch schlafen konnte. Bin schon ganz gespannt, was heute Nacht passieren wird! Ich wachte gegen halb 7 auf und machte mich kurz darauf fertig. Dann gabs ein schnelles Frühstück und um halb acht wurde ich schon wieder abgeholt. Unser heutiges Ziel war der Jardim Botanico, ein Stück außerhalb der Stadt. Heute ist Sonntag und dementsprechend kaum Verkehr. Botanischer Garten trifft es eigentlich nicht wirklich, es ist der größte Stadtwald der Welt.

Wir waren etwas zu früh, der Park öffnet erst um halb 9, so konnten wir noch den Cache vorm Eingang besuchen und ein herzzerreißend quietschendes Katzenbaby vorm Eingang streicheln. Das hatte seine Sprache ganz offenkundig von Vögeln gelernt. 

Dann konnten wir in den Park und liefen erstmal ganz gezielt zum 42m hohen Aussichtsturm inmitten des Dschungels. Ein toller Blick, da man in dieser Höhe tatsächlich über den Baumkronen steht. 

Unser früher Start zahlte sich aus, wir hatten die Aussicht ganz für uns allein, erst als wir zurück liefen, kamen die nächsten.

Dann ging es noch etwas weiter durch den Park, allerdings nicht wirklich ins Dickicht. Aber wir besuchten das Schmetterlingshaus, echt riesige Teile, bestimmt 10cm. 

Außerdem sahen wir die Aquarien und das Schlangenhaus. Komisch, da rein zu gehen und es wird nicht wärmer, im Gegenteil, es ist rundherum offen. 


Alle Tiere hier leben in freier Wildbahn in der Umgebung. Und immerhin sahen wir eine freilaufende Schildkröte.

Nachdem wir hier durch waren, machten wir noch eine kleine Stadtrundfahrt mit Stopps an diversen Caches. Und wir fuhren über die noch ziemlich neue Brücke Ponta Negra, die einzige, die mit einer Länge von 3,6km in 150m Höhe den Rio Negro, den Hauptstrom des Amazonas überspannt. Die gab es bei meinem letzten Urlaub hier noch nicht, erst seit 2011 ist sie fertig. Auf dem unteren Bild erkennt man recht gut, wie hoch das Wasser in der Regenzeit steht!


Auf dem Rückweg kamen wir auch noch am Fußballstadion vorbei. Hier spielt man nicht gerade hochklassig, die durchschnittliche Besucherzahl beläuft sich wohl auf 500 Personen…
Dann holten wir die bessere Cacherhälfte zu Hause ab und fuhren gemeinsam zum Mittagessen. Da Miluky (kann man auch anders schreiben…) halbe Japanerin ist, ging es auch zum Japaner. Es gab Fisch mit vielem drum herum, das alles mit Stäbchen. Gar nicht so einfach, war der Fisch noch am Stück und auf der Haut… Aber es war echt lecker und mal was ganz anderes. 

Danach brachten mich die beiden wieder zurück zu meinem Hostel und wir nahmen Abschied bis November, wenn wir uns am Event in Curitiba wieder treffen werden.
Ich nutzte die Leere meines Dorms dazu, mal meinen Saustall aufzuräumen, da ich die letzten beiden Tage ja kaum hier war hatte sich ein Berg gesammelt. Dann lief ich zur Oper und bekam ein Ticket für die letzte Führung des Tages um 14 Uhr. Die halbe Stunde bis dorthin verbrachte ich lesend auf dem Platz davor. Heute war es ziemlich wolkig und die Temperatur hier erträglich.

Die Führung war recht interessant und ich verstand das meiste. Es fand gerade eine Probe statt, später entdeckte ich, dass heute ein Konzert von japanischen Einwanderern stattfinden sollte.

Nach der Führung holte ich mir noch einen Açai, dann ging’s zurück zum Hostel und eine Runde zum Lesen in und an den Pool. Sehr entspannend… 

Um halb 6 trieb mich der Hunger nochmal raus, ich hatte ein Schild für Acarajé entdeckt, das Zeug, das es in Salvador überall gab. War lecker, aber unmöglich zu essen. Es zerfiel in alle Bestandteile und dann klebte auch noch eine Serviette außen rum, was die Sache echt kompliziert machte… Danach gabs noch einen recht guten, wenn auch zimtigen Cappuccino bei der Portugiesin, bevor ich zurück ins Hostel tigerte.
Jetzt sitze ich hier mit einigen anderen unter den zahlreichen Ventilatoren und tippe fleißig.  Morgen Vormittag bin ich noch ganz gemütlich hier, um drei geht dann mein Flug über Brasilia nach Cuiaba. Das liegt am Rande des Pantanals, das ist das größte Feuchtgebiet der Welt mit einer ganz einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Da ich dort erst um halb 10 landen werde, gibt’s vermutlich den nächsten Blog erst einen Tag später. Da hab ich den ganzen Tag viel Zeit…

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