Montag, 3. August 2020

03.8.20 - Ab heute geht's nur noch nach Süden!

Gestern saßen wir noch bis nach 10 bei gutem Wlan und nur noch deutsch-schweizer Gesellschaft in der Nordkap-Halle, während der Nebel draußen immer dicker wurde. Ich ging dann schnell noch eine Abendrunde cachen, um 11 lagen wir dann im Bett. Etwas unfreiwillig war der Van auch gut vorgeheizt, so hielt sogar mein kleines Frostie ohne weiteres Heizen aus! Früh war’s auch wirklich ganz schön kalt, bei einer Außentemperatur von unter 10°…

Als ich gegen 8 den Rollo aufmachte, sah ich… nichts! Gar nichts! Der Nebel war so dick, nicht einmal das vielleicht 50m entfernte Klohaus war zu sehen. Ich zog mich warm an und ging noch zu zwei etwas weiter entfernten Caches, während Mela im Bett meditierte. Super Cacherwetter, da sieht einen garantiert niemand! Ohne Kompass hätte ich aber sicher auch nicht zurückgefunden!


Als das geschafft war, kochte ich Kaffee und wir machten uns startklar, kurz vor 10 waren wir auf der Suche nach der Straße. Nicht so einfach, aber mit Try&Error fanden wir sie! Ich fuhr, denn Mela wollte nicht am Abgrund der kleinen Passstraße entlang, nur war der Abgrund heute gar nicht sichtbar. Mit der Zeit, wurde der Nebel deutlich weniger, im Süden der Insel war er dann so gut wie weg.

Durch den Tunnel ging es wieder aufs Festland und noch ca. 100km entlang der Straße von gestern, während denen das Wetter immer besser wurde und die Sonne rauskam. Dann bogen wir Richtung Westen auf die E6, die sich vom Süden Norwegens bis zum Nordkap durchzieht.


Einen kleinen Stopp legten wir in Alta ein, da es dort eine LPG Gasstation gibt. Und wir hatten echt Glück, dort füllt man auch deutsche Flaschen auf und es gibt vor Ort auch den dafür nötigen Adapter. Der Typ wog unsere Flasche und stellte fest: die ist noch halb voll! Wieso wir da kein Gas mehr rausbekommen, ist uns echt ein Rätsel... Das heißt wohl auch, dass die letzte vielleicht auch nicht leer war und wir gar nicht so viel Gas verbraucht haben wie gedacht…

Naja, jetzt haben wir theoretisch also zwei volle Flaschen, fragt sich nur, wie wir die dann auch leer kriegen…


Von Alta aus ging es die wunderschöne Küste entlang, durch Tunnel, über Brücken und Berge und v.a. entlang vieler, langer Fjorde. Und das Thermometer näherte sich so langsam wieder der 20°-Marke…




Wir wussten nicht wirklich, wie weit wir heute kommen würden, doch spätestens um 5 hatten wir beide keine Lust mehr und waren auch ziemlich platt. Auch Adriano zeigte erste Schwächen und als Mela das Schild mit Camping und Free Wifi direkt am Meer entdeckt hatte, war die Reise für heute zu Ende. Gerade mal gekuckt, es waren auch 430km und bei einer Höchstgeschwindigkeit von meist 80 zieht sich das schon… Wir fuhren in einen supersüßen kleinen und fast leeren Campingplatz. Die Rezeption war unbesetzt, nur ein Schild sagte, wir sollten einfach einen Platz wählen.

Das taten wir auch und so stehen wir in erster Reihe mit Blick auf den wunderschönen Fjord und die schneebedeckten Berge dahinter. Mela kümmerte sich ums Außenleben, ich kochte, heute wurde es orientalisch angehauchter Bulgur mit Gemüse, Feta und Minze. Mela hat’s geschmeckt, sagt sie zumindest ;-)


Nach dem Essen war auch die Rezeption besetzt mit dem super netten Iren Jens, ehemaliger Lehrer, jetzt wohl eher Aussteiger und Langzeitwanderer. Als ich später zum Aufwasch vorbeikam, unterhielten wir uns gut über das eine oder andere Reiseziel auf diesem Planeten… Währenddessen war Mela nicht untätig. Sie hatte Jens vorhin schon gefragt, wo man guten Fisch herbekommen würde, die Antwort war: selbst angeln und zwar direkt vor der Tür. Hm, nicht ganz unser Metier. Daraufhin meinte Jens, er würde uns vielleicht einen fangen. Doch Mela traf dann noch auf ein paar Fürther, die seit zwei Wochen hier angeln und den Gefrierschrank randvoll haben. So kamen wir völlig kostenlos zu zwei dicken Batzen frischem und schon zerlegtem Fisch, der absolute Hammer!!! Leider ist das kleinere Stück schon 2cm zu groß für unser Gefrierfach, es wird wohl ein paar Tage Fisch geben ;-) Noch ist er aber gekühlt in der Rezeption…


Seit etwa 8 sitze ich nun im Van mit Internet, das gab es schon lange nicht mehr. Der Blog ist geschrieben, das GPS mit Karte und unzähligen Caches auf den Lofoten befüllt, jetzt wird dann noch ein wenig für die Pimpqueens gebastelt. Mela hat auch schon das Office eingerichtet…

Morgen fahren wir dann weiter auf die Insel Senja, nördlich der berühmten Lofoten und noch ein klein wenig ein Geheimtipp. Wenn alles läuft wie geplant, wollen wir dort wild campen und daher wird es keinen Blog geben...


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