Samstag, 11. Juli 2020

11.7.20 - Weiterreise nach Estland - Land 74

Heute Nacht hatten wir zur Abwechslung mal beide gut geschlafen. Um halb 8 klingelte der Wecker, schließlich wollten wir ja zu unserem kleinen Nature Trail. Draußen war es immer noch grau, aber wenigstens mal trocken.

Wir starteten vom Campingplatz am Fluss entlang. Die ersten „Highlights“ waren ein kleiner See mit Spiegelfelsen. Leider war das Wasser recht unruhig und viele Algen drin, so dass die Spiegelung nicht so gut war.

An einer kleinen Quelle versuchten wir unsere Lebensgeister zu erwecken, danach kamen wir noch an einer winzigen Höhle vorbei. Naja, ganz nett, aber verpasst haben wir durch den Regentag gestern wohl doch nicht so viel…


Nach gut einer Stunde waren wir zurück am Campingplatz und frühstückten erstmal. Danach wuschen wir ab und verstauten alle Sachen im Van. Wir schafften es sogar, das SUP in die Garage zu befördern, bisher lag es aufgeblasen oder in seiner Tasche immer im Bett und war dann abends im Weg. Jetzt ist es unten und stört nicht, vermutlich werden wir es auch erst in Finnland wieder brauchen.

Gegen halb 11 waren wir wieder auf der Straße und auf dem Weg nach Estland. Unterwegs war es unglaublich windig, man musste das Lenkrad echt ordentlich umklammern. Beim Tanken wehte es uns dann einfach mal die komplette Tankklappe davon. Einfach aus der Wand gebrochen! Zum Glück ist der Tankdeckel selbst drunter abschließbar…

Kurz vor 12 kauften wir ein letztes Mal in Lettland ein, dann übernahm ich das Steuer, da Mela zwei Anrufe tätigen musste. Wir fuhren Richtung Westen und dann nach Norden parallel zur Küste. Kurz vor 1 überquerten wir die Grenze in mein Land Nummer 74: Estland! Hier war zwar zum ersten Mal eine deutlich erkennbare große Grenze, aber auch hier keinerlei Kontrollen zwecks Herkunftslandes. Übrigens kamen uns heute auch die ersten Norweger entgegen, außer Schweden haben wir inzwischen so ziemlich von jedem Land aus Nord- und Osteuropa Autos gesehen.

Gegen 2 kamen wir in Pärnu an, einer recht großen Stadt an der Küste, sie gilt aufgrund ihres 7km langen Sandstrandes als das Miami Estlands. Hm, naja, wir hielten am Strand, aber heute war dank Sturmes eher so Strand unter… Echt krass, das Wasser stand überall und es war ungemütlich und stürmisch. Mela, die eigentlich schon die ganze Zeit mal „zwei Stunden aufs Meer glotzen“ will, wollte das plötzlich nicht mehr. Versteh ich gar nicht…

Statt Strand fuhren wir ein paar Meter weiter in die Innenstadt. Auch hier war es recht ungemütlich, stürmisch und nieselig. 


Aber wir fanden ein nettes Cafe mit riesigem Latte Macchiato und leckerem Rhabarberkuchen.


Gegen halb 4 ging es zurück zum Auto, zum Glück stand es noch und kein Baum lag drauf…

Wir fuhren ne gute halbe Stunde weiter, da wir heute noch mit der Fähre auf die Insel Saaremaa übersetzen wollten (oder zumindest auf die kleine Vorinsel Muhu). Während der halben Fahrt versuchte ich vergeblich, online ein Ticket für die Überfahrt um 5 Uhr zu reservieren, aber entweder flog ich mittendrin aus dem Internet oder die Seite machte am Ende nicht weiter. Vergebliche Liebesmüh, wir kamen um 20 nach 4 am Hafen an, konnten ohne aussteigen oder warten ein Ticket kaufen und waren um 16.25 Uhr schon auf der Fähre. Perfekter kann man das nicht timen! 

Die Fähre war auch alles andere als voll, obwohl Hauptsaison ist, ist momentan einfach nicht viel los. Die Überfahrt war windig, aber viel ruhiger als mein Magen befürchtet hatte, und schon eine halbe Stunde später verließen wir die Fähre auf Muhu. Und der Himmel sah hier auch gleich viel freundlicher aus. 

Wir durchquerten die Insel, ca. 20km lang, und fuhren in den winzigen Ort Koguva, dort hatten wir einen Wohnmobilstellplatz direkt am Wasser mit Restaurant entdeckt. Und zwar parallel auf Restaurantsuche im Internet und auf Stellplatzsuche in der Park4Night-App. Kurze Zeit später kamen wir dort an und tatsächlich, ein Stellplatz direkt am Meer wartete auf uns.

Wir parkten, klärten alles ab (ja zahlt einfach später beim Essen…) und wollten kurz ins Museum kucken, das aber schon geschlossen hatte. Wäre vom Stil her wohl so eine Art Bauerhofmuseum. Unseres Kulturprogramms beraubt mixte ich uns einen Mojito, mit dem wir uns ans Wasser setzten. Es war zwar immer noch unglaublich windig, aber die Sonne kam auch immer mehr zwischen den Wolken durch (inzwischen sind die Wolken fast komplett weg und wir warten eigentlich nur noch auf den Sonnenuntergang). 


Nach dem Mojito machten wir uns so langsam fertig fürs Abendessen – es war inzwischen auch schon 7. Wir nahmen im vollverglasten Außenbereich in der Sonne mit Blick aufs Meer Platz und bestellten die beiden Fischgerichte die es gab. Definitiv unser exklusivstes Abendessen bisher, aber auch sehr sehr lecker. Zuvor gab es auch noch das berühmte Schwarzbrot der Insel, davon müssen wir auf jeden Fall so einiges kaufen und mitnehmen.


Satt und zufrieden setzte ich mich in den Van, um schnell meinen Blog zu schreiben. Wobei, so schnell geht das gar nicht, haben heute doch so einiges mehr erlebt als gestern… Nun werde ich dann nochmal zum Restaurant gehen und den Blog hochladen und mich danach noch weng raussetzen und auf den Sonnenuntergang warten. Inzwischen ist es kurz nach 9, aber bis die Sonne untergeht, dauert es locker noch eine Stunde…

Morgen geht’s dann über die Insel Saaremaa, abends werden wir irgendwo wild campen. Falls dort die Netzabdeckung auch wild ist, gibt’s den nächsten Blog also erst am Montag…

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