Mittwoch, 5. Februar 2020

05.2.20 Mo'orea und Fazit Osterinsel


Gestern Abend dachte ich ja, ich würde heute Nacht besser schlafen, so müde wie ich war. Weit gefehlt, ich hatte nicht mit der blöden Kuh im Bett über mir gerechnet! Die muss auch Jetlag gehabt haben, die hat sich ungelogen die ganze Nacht nur rumgewälzt und das in diesem wackligen, quietschenden Stockbett. Ich kann nicht sagen, ob ich mal länger als eine halbe Stunde geschlafen habe… Echt zum Kotzen! Wenn ich nicht schlafen kann, versuche ich wenigstens, mich so umzudrehen, dass das Bett nicht wackelt! Um 4 ist sie dann aufgestanden und raus gegangen, aber es hat bestimmt noch mal ne halbe Stunde gedauert mit Rein und Raus bis sie endgültig draußen war. Und dann konnte ich auch nicht mehr schlafen…
Um kurz vor 8 machte ich mich dann auf den Weg nach oben zum Kaffee, meine letzte Hoffnung. Auch die Spanierin aus meinem Dorm war angepisst, selbst die konnte drei Betten weiter nicht schlafen… Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen, dann ging ich zum Markt. Draußen war es grau und regnete leicht. Ich kaufte meinen Ocean Pack voll mit Obst und Gemüse und ging zurück ins Hostel, wo ich versuchte, alles so gut wie möglich zu verpacken.

Als ich dann zur Fähre laufen wollte, pisste es draußen wie aus Eimern. Es lebe die Regenzeit! Also wurden die Rucksäcke in ihre Regenjacken gesteckt und über mir wurde der Schirm aufgespannt. Ich musste nur aufpassen, hielt ich ihn zu weit vorne, lief die Plörre vom hinteren Rucksack in meinen Nacken… Zum Glück war es nicht weit. Ich kaufte mein Ticket, gab den großen Rucksack ab und konnte auch schon auf die Fähre, wo ich mir einen Platz ganz vorne sicherte. Pünktlich um 10 Uhr legten wir. Draußen regnete es weiter.
Um 11 legten wir in Mo’orea an, Wetter unverändert, es pisste. Ich ging von Bord, holte meinen Rucksack und sprang in den wartenden Bus. Der fährt hier nur dann, wenn eine Fähre anlegt, sonst ist man aufgeschmissen. In der Nähe meines Hostels wurde ich abgesetzt, jetzt kamen echte Wasserwände von oben. Ich hatte schon auf Flipflops gewechselt und die Turnschuhe wasserfest verstaut. So kam ich also im Hostel Painapaopao an. Wunderschön, kleine Bungalows in einen tollen Garten und eine nette Hausherrin. Ich bin in einem 6er „Dorm“, der Hammer, es gibt einzeln abgetrennte Zimmer, nur gehen die Wände nicht ganz bis zur Decke und statt einer Tür gibt es nur einen Vorhang!

Die Küche ist groß und offen und davor ist eine große Gemeinschaftsterrasse. Ich bekam eine ausführliche Einweisung in alles, was hier möglich ist. Da es immer noch regnete, chillte ich erstmal auf meinem Bett und klärte das Tauchen für morgen ab.
Gegen halb 2 war es dann endlich trocken und sah recht freundlich aus, also wollte ich mal zum öffentlichen Strand 2km entfernt. Lauffaul wie ich war, streckte ich den Daumen aus und schon das erste Auto hielt, Typ Surferboy nahm mich mit zum Strand. Ist hier echt einfach, es gibt nur eine Straße um die Insel und da jeder weiß, dass es kaum Busse gibt und die Leute hier eh alle super freundlich sind… Am Strand war ich fast komplett allein und kaum war ich eingecremt, begann es auch wieder zu regnen. Zum Glück nur kurz, die zehn Minuten verbrachte ich im Meer. Danach las ich etwas und döste vor mich hin.


Gegen 4 sah es wieder sehr grau aus, ich machte mich auf den Rückweg. Wieder hielt das erste Auto und ich wurde direkt am Hostel vorbei zum Supermarkt mitgenommen. Der ist wiederum 4km in der anderen Richtung… Er war super gut sortiert, besser als erwartet und auch günstiger. Ich deckte mich mit Milch, Brot, Nudeln und Käse ein. Für den Weg zurück musste ich dann tatsächlich vielleicht 10 Autos abwarten, dann saß ich in einem und wurde zurück gebracht.
Im Hostel war auch Katrin wieder da, die gestern mit mir das Stockbett geteilt hatte. Sie und zwei andere wollten zur Happy Hour ins nahegelegene Hilton Hotel, quasi das einzige, was es hier in der Gegend gibt. Leider regnete es mal wieder, wenn auch leicht, aber wir konnten nicht auf der Terrasse sitzen. Dank Happy Hour gab es 2 Cocktails zum Preis von einem: 15€. Die waren ok, aber nicht überragend, wir hatten uns mehr erwartet. Außer den Wasserbungalows hat das auch echt nicht viel zu bieten, für ca. 400€ pro Nacht echt enttäuschend. Auch der Service war für dieses Level ziemlich lahm…



Bis wir zurückgingen, war es schon halb 8 und stockfinster. Und es regnete… Im Hostel angekommen, machte ich mir Guacamole, dank meines quasi Einzelzimmers kam auch Knobi rein. Dazu gab es Baguette. Die Atmosphäre hier ist echt klasse, alle sitzen gemütlich zusammen. Ist auch ziemlich klein hier, der Bungalow mit unserem Dorm und ein paar kleine private Bungalows, das wars.
Jetzt ist es halb 10, alle, die noch übrig sind, kucken müde. Der Blog ist fertig und ich geh jetzt dann schlafen, morgen muss ich früh raus. Hoffentlich schlafe ich heute besser, es spricht nichts dagegen, keiner der an meinem Bett wackelt und keine Straße in der Nähe. Nicht mal ein Hund bellt gerade…
Fazit Osterinsel
Hier nun wieder ein kleines Fazit, ich finde besondere Ziele haben das einfach verdient. Zwei Tage Rapa Nui war in der Tat sehr wenig Zeit. Gut, ich hatte ja auch einen halben mehr geplant, an dem ich z.B. vom Ort aus zu den Höhlen hätte wandern können, das hätte die Sache ein klein wenig entzerrt. Letztendlich habe ich alles gesehen, was ich sehen wollte, die wichtigsten Moai, Vulkane und tolle Landschaft. Man könnte aber problemlos auch 5 Tage oder eine Woche hier verbringen, wenn man genügend Geld mitbringt, denn teuer ist die Insel definitiv. Ein gemütlicher Strandtag, eine Bootstour, Tauchen oder Schnorcheln, Surfen, SUP, alles möglich hier. Außerdem natürlich noch einige Wanderungen oder eine Fahrradtour (wobei die Wege mich dazu nicht wirklich angesprochen haben). Am anderen Ende der Insel gibt es auch noch eine Halbinsel, die ich nicht erkunden konnte, aber laut Karte befindet sich die auch in der Erholungsphase und ist für Touristen gesperrt.
Wenn ich meine Eindrücke jetzt vergleiche mit Bildern von meinem lieben matamoana (Blauauge, alias Karsten), dann hat sich aber auch einiges zum Schutz der Moai verändert. Während er noch direkt neben einer Statue posiert, sind die nun alle sehr weiträumig abgesperrt. Das ist einerseits schade, andererseits wohl aber auch notwendig, ich sag nur Chinesen und Pinguine. Für die meisten Leute würde ein Hinweisschild reichen, dass sie z.B. nicht berührt werden dürfen, aber leider gibt es zu viele, die solche Regeln einfach ignorieren, deshalb kann man nun alles nur noch aus einiger Entfernung betrachten.
Positiv überrascht hat mich aber, dass es trotz allem relativ leer war. Ich hatte deutlich größere Menschenmengen erwartet. Aber klar, es ist halt ziemlich teuer, überhaupt hierher zu kommen, vom Leben auf der Insel ganz zu schweigen. Das hat den großen Vorteil, dass sich nicht ein israelischer Backpacker hierher verirrt ;-) Abgesehen vom Sonnenauf- und Untergang und von den Moai am Strand war es überall eher leer, Fotos ohne andere Personen problemlos möglich. Die Reisegruppen, die unterwegs waren, waren meist nur kleine Busse oder Minivans.
Letztendlich bin ich sehr froh, dass ich diesen kleinen, ja eigentlich nicht mal Umweg, sondern eher Zwischenstopp auf dem Weg nach Neuseeland gemacht habe, denn es war schon eine einmalige Erfahrung, diesen riesigen Statuen nahe zu sein und sich vorzustellen, wie sie vor hunderten von Jahren erschaffen und hierher geschafft wurden.

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