Montag, 6. Januar 2020

06.1.20 - Gemütlicher Tag mit kleiner Wanderung


Gestern Abend traf ich oben im Hostel dann noch auf zwei Schweizerinnen, die in Sao Paulo leben und arbeiten, mein deutscher Kollege kam auch dazu und nach kurzem stellten wir fest, Lehrerstammtisch! Nicht zu fassen ;-) Die beiden hatten gerade Sommerferien… Wir saßen noch bis fast 11 zusammen und quatschten, übers Reisen und über die Arbeit ;-)
Die Nacht heute war wieder eher kurz, um halb 1 kam der letzte rein, der nicht wusste, wie man die Tür öffnet, um 6 ging der erste, der das auch nicht konnte… Da es draußen noch recht grau aussah und meine Knie sich auch nicht so hochmotiviert anfühlten blieb ich erstmal noch bis fast 9 liegen. Dann ging ich meine Haferflocken frühstücken und gammelte noch etwas weiter. Gegen 10 startete ich, Wolfi kam mit und wir gingen erstmal ca. 3h Kaffee trinken. Und quatschten wieder über des Lehrers liebstes Thema… Aber mit Skilagerepisoden und ähnlichem ist das ja immer ganz witzig.
Danach kauften wir noch ein paar Empanadas zum Mittagessen, bevor sich unsere Wege trennten. Meiner führte mich zum Mirador de los Condores, in Sichtweite des Ortes, etwa eine halbe Stunde ging es bergauf, dann war ich auch schon am Ziel. Von dort aus hatte man auch einen tollen Blick auf den (unsichtbaren) Fitz Roy. Die Wolken hingen wieder schön drin und heute pfiff auch wieder ein mega starker Wind, der einen fast umblies. Ansonsten war es gar nicht so kalt. Wobei, für das, dass hier Sommer ist… Da kommt einem der Sommer in bayrisch Sibirien fast tropisch vor dagegen!


Vom ersten Aussichtspunkt führte mich ein nicht beschilderter (aber dank Gipsy bekannter) und damit sehr leerer Weg zum zweiten Mirador de las Aguilas (vom Kondor zum Adler). Nur ganz wenige Menschen waren hier unterwegs, die meisten liefen wieder die halbe Strecke zurück und dann zum anderen Aussichtspunkt. 

Von diesem hatte man eine tolle Rundumsicht, theoretisch ist es einer von wenigen Punkten, an denen man Fitz Roy und Cerro Torres sehen kann… Naja, heute eher nicht, wobei sich der Fitz so langsam zeigte. 

Auf dem Rückweg auf Höhe der Stelle, wo sich der Weg zu den beiden Aussichtspunkten trennt, setzte ich mich noch eine Zeitlang hin und wurde mit ein paar Vögeln (was auch immer zwischen Kondor und Adler rumfliegt…) und einem recht guten Bergblick belohnt.

Wenn ich nun meine Bilder von gestern und heute übereinander lege, sollte ich den ganzen Berg vor mir haben… Nach zwei Stunden, gegen halb 4 war ich dann wieder unten und kuckte mir kurz die Ausstellungen über die Berge in der Touri-Info an. Dann lief ich in den Ort zurück und ging in das vegane Restaurant, um ein paar Vitamine zu trinken, ein leckerer großer Saft!

Gegen halb 6 war ich dann wieder im Hostel, wo ich nochmal etwas rumgammelte, wie so manch anderer auch. Ich schrieb meinen Blog soweit fertig, dann ging’s runter, die Nudeln wollten endlich gar gegessen werden. Unten traf ich auch gleich wieder auf meinen deutschen Kollegen und wir unterhielten uns nochmal gut. Gegen 9 haute er zu seinem Nachtbus ab und ich werde jetzt schnell den Blog fertig schreiben und mich dann nach oben begeben.

Sonntag, 5. Januar 2020

05.1.20 - Anstrengende Tour zum Fitz Roy

Gestern Abend saß ich dann noch etwas auf der Couch und hab mal den neuseeländischen Lonely Planet angefangen, eine Grobplanung muss her, damit ich weiß, wann ich meinen Weiterflug von dort buchen kann. Gegen halb 11 war ich im Bett.
Heute Nacht schlief ich ziemlich gut, um dreiviertel 7 war ich wieder wach, heute aber echt gut ausgeschlafen. Trotzdem blieb ich noch eine Stunde liegen, so viel Stress hatte ich nicht. Dann stand ich auf, packte meine Sache und ging frühstücken. Heute nur Haferflocken mit Milch, war wohl besser, denn ich fühlte mich später deutlich besser als gestern. Gegen halb 9 startete ich, das Wetter war ähnlich wie gestern.
Mein heutiges Ziel war die Laguna de los Tres mit Blick auf den Fitz Roy. Unterwegs kam ich noch an einer kleinen netten Bäckerei mit Cafe vorbei, wo ich mich mit Verpflegung eindeckte und einen Cappuccino trank. Damit war ich nun endgültig wacher als gestern. Und das war auch gut so.

Gegen 9 startete ich in den Trail und die ersten beiden Kilometer ging es gleich mal ordentlich bergauf. Und hier war deutlich mehr los als gestern. Ist halt der Nummer 1 Trail hier mit Blick auf den berühmtesten Berg der Region. Der zeigte sich heute aber sehr schüchtern. Nach gut einer Stunde war ich an der Laguna Capri, die war ganz hübsch, aber der Berg war nicht zu sehen. Von dort aus ging es die nächsten Kilometer sehr flach dahin, erst ganz am Ende sollte es noch einmal steil werden. 





Um dreiviertel 12 war ich vor der letzten Steigung angekommen, laut Schild (die hier alle Kilometer stehen) sollte nur noch 1km fehlen. Der hatte es aber in sich und kostete mich fast eine Stunde. Es ging mega steil bergauf und ich hatte ihn komplett unterschätzt. Letztendlich waren es auch 1,5km mit 500 Höhenmetern. Hätte ich das gewusst, hätte ich davor eine Pause gemacht und eine Kleinigkeit gegessen. So hatte ich echt immer mehr Hunger und das war nicht hilfreich… Gegen Ende schleppte ich mich echt nach oben, aber schließlich kam ich doch an.



Und der Ausblick auf die Lagune war echt fantastisch. Ganz anders als die Plörre gestern, eine schöne blaue Lagune mit Gletscher dahinter. Nur der doofe Berg wollte immer noch nicht! Im Windschatten machte ich nun endlich Pause, aß Semmel mit Käse und danach ein Medialuna. Gestärkt kuckte ich noch ein paar Meter weiter und zu einer zweiten genauso schönen Lagune. Wir waren auf (gerade mal) 1200m, von hier aus geht irgendwo der Weg hinauf zum Gipfel auf 3375m, über Gletscher und schmale Grate. Ein paar Jungs mit Helm, Seil und Eispickel kamen mir schon entgegen…



Gegen halb 2 machte ich mich auf den Rückweg, noch immer strömten mir Menschen entgegen. Selbst unten, kurz nach 2, hatte ich noch Gegenverkehr. Möchte nicht wissen, wann die dann zurückkommen. Insbesondere die Heldin in weißen (!) flachen Chucks mit Stricksocken, die mir schnaufend im fast flachen Stück entgegen kam, sah nicht aus, als ob sie im Zelt übernachte würde… Also mal locker noch 5 Stunden Rückweg.
Runter ging es jedenfalls deutlich schneller, auch wenn sich die Knie später bedanken. Auch durch das flache Stück kam ich zügig, so dass ich gegen Viertel 4 am ersten Mirador zum Fitz Roy ankam. Dort aß ich meinen restlichen Proviant und es zeigte sich das erste Fitzelchen (Achtung Wortwitz…). Immerhin eine Ecke schaute aus der Wolke, die sich hartnäckig vor ihm hielt. Eine kurze Zeit später stand ich am Haupt-Mirador und es sah gut aus. Das Fitzelchen wuchs und ich hatte Zeit. Bis halb 5 harrte ich dort aus und immerhin, man kann ihn ganz gut erkennen! Auch wenn sich die Wolke verdammt viel Zeit ließ…



Von dort aus ging es dann fast nur noch bergab und ich war zügig unterwegs. Gegen halb 6 war ich wieder im Ort, 25km zeigte Gipsy. Mein Weg führte mich in eine Microbrewery mit süßem Biergarten. Auch wenn die Kellnerin mich hartnäckig ignorierte, schaffte ich es schließlich doch noch, ein Weißbier zu bestellen (una weiss…). Naja, wer auf die Idee kam, das im Cocktailglas mit Orangenscheibe zu servieren… 


Aber es war nicht schlecht, dafür aber echt teuer (stand nicht in der Karte, dass das Glas gar so klein wäre, vermutlich 0,3l). Ein wenig gestärkt ging es zurück zum Hostel. Gut dass der Schlüssel zum Zimmer an der Rezeption hing, die Tür aber offen stand… Ich stellte meine Sachen ab, sperrte zu und ging Abendessen. Auf meine Nudeln hatte ich keine Lust, die müssen sich noch bis morgen gedulden. Ein paar Meter weiter gab es Pizza, die war ganz ok, das Internet dort war erstaunlich gut.
Um Viertel 8 war ich zurück im Hostel. Und wieder: Tür offen, keiner da! Ich duschte, danach sah ich einen neuen im Dorm, der kam und wieder verschwand. Wo der Schlüssel ist, ist mir echt ein Rätsel… War die erste Ansage hier, dass es nur einen gibt und nachdem eigentlich jeder unbemerkt hier oben rein kann, wäre das schon ganz nett. Die Locker sind ja eher nur zur Zierde.
Jetzt ist es dreiviertel 8, der Blog ist fertig. Im Hostel ist es unglaublich ruhig und entspannt, keine knallenden Türen, keine chinesischen Reisegruppen… Werde dann wohl nochmal runter gehen und den Blog hochladen und danach hier oben noch etwas rumgammeln. Auch wenn unten nicht gebraten wird, gemütlich ist es noch lange nicht…

Samstag, 4. Januar 2020

04.1.20 - Dumm gelaufen - Schöne Wanderung ohne Aussicht


Gestern verbrachte ich den Abend dann noch mit Sudoku, lesen und ratschen mit meinem oberpfälzer „Kollegen“. Kurz nach 10 war ich im Bett, ich war echt müde. Heute schlief ich doch etwas besser, wahrscheinlich schon, weil das chinesische Viererzimmer nebenan ausgezogen war, die waren unglaublich laut für so ein hellhöriges Haus. Und weil einer meiner Mitbewohner rausgefunden hat, wie man unsere Tür leise auf und zu bekommt. Früh wurde ich aber trotzdem um dreiviertel 7 von einem Fön „neben meinem Bett“ aus dem Schlaf gerissen.
Um halb 8 stand ich auf, nicht wirklich wach, aber hilft nix. Draußen schien die Sonne, auch wenn es mega windig war. Ich packte meine Sachen und ging nach unten frühstücken. Und musste wieder feststellen, dass es dort früh noch ungemütlicher ist… Ich kaufte etwas Brot für meinen Käse und um Viertel 9 war ich unterwegs.


Mein heutiges Ziel: Die Laguna Torre vor dem gleichnamigen bekannten Berg Cerro Torre. Gleich aus dem Ort raus ging es ziemlich steil bergauf und ich war heute absolut unfit! Einerseits fühlte ich mich total vollgefressen, dann vom Kopf her total müde, kurz gesagt, die ersten Kilometer zogen sich echt!

Dieses Denkmal hier müsste echt nicht sein. Man kann es nicht gut lesen, drunter steht in etwa, dass es durch eine Zigarrettenkippe geschaffen wurde...

Nach knapp eineinhalb Stunden erreichte ich den Mirador, von dem aus man (eigentlich) den Torre sehen kann. Eigentlich. Wenn es nicht bewölkt ist… Aber natürlich zogen genau von dort die Wolken her. Rechts neben dem Gletscher sollten drei Felsnadeln zu sehen sein… Soll aussehen wie in Herr der Ringe, kann ich jetzt nicht beurteilen. So sieht er auf Wiki aus:

Auf dem weiteren Weg wurde es immer kälter und v.a. wolkiger. Zwischendurch tröpfelte es auch mal leicht, aber letztendlich hielt das Wetter. Ab dem Aussichtspunkt ging es fast nur ebenerdig dahin. Es war auch einiges los, da es auch ein Camp dort gibt, kamen mir auch viele schwer bepackte Wanderer entgegen. Nee, das wäre echt nicht meines, Zelt und alles auch noch rum zu schleppen… Aber immerhin, ich fühlte mich nicht mehr ganz so schlapp.
Gegen 11 war ich an der Laguna Torre. 


Naja, der Berg war nicht zu sehen, es war super windig und eiskalt, ein paar Fotos und weiter ging es. Ich musste noch ein Stück über eine Art Kamm, um in einen anderen Weg zurück zu kommen, dabei wurde ich fast weg geblasen. Im Rückweg wurde es aber dann ganz schnell wieder angenehmer und im Wald war der Wind so gut wie weg.
Leider musste ich den größten Teil der Strecke auf dem gleichen Weg zurück laufen, ist kein Rundweg. Auf einem schönen Baumstamm machte ich Pause und aß meinen Käse mit Brot. Jetzt kamen mir echt viele Leute entgegen, mit und ohne Zelt. Ich war recht gemütlich unterwegs, die Sonne kam auch wieder etwas raus und Zeit hatte ich ja mehr als genug.

Bei meinem zweiten Besuch am Aussichtspunkt war die Sicht nicht besser, dafür waren mehr Menschen da. Für das letzte Wegstück konnte ich wieder einen neuen Weg kennenlernen, denn dank Gipsy war ich herwärts nicht auf dem offiziellen gelaufen. 

Der ging ganz schön steil hinunter, kein Wunder, dass ich auf dem Herweg so kämpfen musste.

Nach 6 Stunden Laufzeit und ziemlich genau 20km war ich zurück in El Chalten. Und ging schnurstracks ins Bett. Um halb 3 ist das Hostel angenehm ruhig! Ich glaube, ich war die einzige, die schon zurück war. Ohrenstöpfel rein, Vorhang runter und dann hab ich mal zwei Stunden mehr oder weniger geschlummert. Danach fühlte ich mich definitiv erholter und verpasst habe ich auch nichts dabei. Nach meinem Nickerchen wurden die Fotos gesichtet und der Blog angefangen, dann noch etwas am Computer gedaddelt.
Gegen 6 wurde der Hunger groß und ich ging runter, meine Nudeln aufwärmen. Nachdem ich mit der hochmodernen Mikrowelle klar kam, klappte das auch. Heute ist es hier unten fast angenehm, keiner brät Fisch oder Fleisch und man kann daher von einer Seite zur anderen kucken! Jetzt bin ich satt und irgendwie ist immer noch eine Portion übrig. Waren wohl recht viele Nudeln in der herrenlosen Packung...
Jetzt werde ich nochmal kurz raus gehen, vielleicht ein Eis essen oder so, mal sehen. Oder irgendetwas süßes... Und hoffentlich kommt morgen die Sonne wieder raus und es ist nicht so wolkig, denn ich will in Richtung Fitz Roy wandern...

Freitag, 3. Januar 2020

03.1.20 - Nasses El Chalten - und dann ne kleine Wanderung


Gestern hab ich dann also unten schnell noch meinen Blog hochgeladen und dann doch noch nach Trekks gekuckt, mit dem Ergebnis, dass nach einer halben Stunde meine Klamotten komplett gestunken haben, echt ekelhaft! Dann bin ich mit Kindle ins Bett, später kamen noch zwei, so dass nun 5 Betten belegt sind und durch das winzige Fenster definitiv nicht genug Luft rein kommt. Außer die Tür bleibt offen. Die klemmt an einer Stelle aber so extrem, dass es mega laut ist, sie aufzumachen oder zu schließen. Zu Deutsch, man wacht immer auf, wenn jemand kommt oder geht, auch mit Ohropax…
Somit wachte ich um 12 Uhr auf, dann wieder um 3, denn da kam noch jemand für das 6. Bett. Und ich lag wach bis fast 5… Um 7 wurde ich wieder unsanft geweckt, die anderen Türen hier klingen nicht viel besser und neben meinem Bett sind die Duschen… Ein Traum! Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir zudem: Liegenbleiben, so lange wie möglich! Es pisste wie aus Eimern! Da mich kein Frühstück erwartete, zog ich das auch bis 10 durch, dann ging ich doch mal hinunter. Unten ein ähnlicher Mief wie gestern, unerträglich! Ich frühstückte eine Schüssel Haferflocken mit Milch und Obst, schaffte es immerhin mit dem Handy ins Internet (angeblich ist das auch nur für soundso viele Personen gleichzeitig offen…).
Danach ging ich nochmal nach oben, selbst auf diesem Weg wird man nass, denn man muss durchs Freie… Ich las oben noch etwas auf der Couch, die dann aber von den Chinesen bevölkert wurde. Scheint eine Reis(e)gruppe zu sein… Also verzog ich mich wieder in mein Bett, das war inzwischen gemacht worden, gäbe hier echt dringender Sachen zu erledigen, als täglich die Betten zu machen… Die Locker sind so eine Sache. Man kann sie lustig vorne zusperren, hebt man aber meine Matratze samt Brett darunter an… Echt ein Witz!

Gegen halb 1 sah es aus, als ob der Regen aufhörte, ich nutzte die Chance und zog mich an. Als ich draußen war, nieselte es wieder, aber hilft nix, Schirm auf und durch. Immerhin war es nicht windig und wenige Minuten später hörte es dann auch ganz auf. Mein Weg führte mich ca. 5km parallel zur Straße, die aber nur eine Schotterpiste ist, zu einem Wasserfall. 

Den Plan hatten wohl so einige, ein kürzerer Weg, die meisten Wanderungen sind doch eher länger und gehen bergauf, nicht unbedingt das richtige für heute. Doch nach kurzer Zeit kam sogar die Sonne raus und ich konnte phasenweise den Pulli ausziehen. Gut, dass die Sonnencreme wieder zu Hause lag, aber so grau wie das aussah… Meine Nase hätte sich sicher gefreut!


Nach einer knappen Stunde kam ich an dem echt hübschen Wasserfall an. Ich setzte mich auf ein paar Steine und aß mein letztes Empanada von gestern. Eine halbe Stunde später machte ich mich auf den Rückweg, jetzt waren noch mehr Leute unterwegs. 


Ich traf auch auf zwei Mädels, die mit mir im Bus aus Ushuaia und dann in El Calafate im gleichen Hostel waren. Wir unterhielten uns kurz, stellten aber fest, dass sich unsere Wege nun definitiv trennen. Kurz vor drei war ich wieder am Ortseingang und trank bei einem süßen Kaffeewohnwagen einen guten und fast günstigen Cappuccino.

Danach lief ich zur Post, wo ich nach einer Ewigkeit Warten den Preis für ein Päckchen nach Deutschland (meine Jacke vom Schiff) erfuhr. Fazit: Wir versenden dann mal aus Chile ;-) (65€ wollen die hier für 2kg, in Chile hab ich 40 gezahlt…) Ich setzte mich auf eine Parkbank, aß mein restliches Obst, dann ging ich in den „Supermarkt“, einkaufen fürs Abendessen. Dann versuchte ich in zwei Outdoorläden Imprägnierspray aufzutreiben, leider ohne Erfolg. Mist, wäre für meine Wanderschuhe nicht schlecht gewesen vor der Mehrtagestour in Chile. Naja, vielleicht finde ich dort ja noch was…
In der Kneipe unter meinem Bett trank ich ein Feierabendbier, ich hatte die Hoffnung, dass das Wifi von dort im Hostel funktionieren würde, leider aber auch nicht. Zumindest oben nicht, aber vielleicht kann ich mich wenigstens unten einhacken… Immerhin, in der Kneipe ging es halbwegs und ich verbrachte etwas Zeit auf Facebook & Co. Gegen Viertel 6 ging ich zum Hostel zurück. Unten mieft es schon wieder, die Chinesen kochen! Echt nicht auszuhalten, da hängt ein riesiges Schild, dass die Küche von 12-6 nicht benutzt werden darf (zumindest der Herd nicht), angeblich um mal durchzulüften und zu putzen. Interessiert die nicht! Jetzt ist es dreiviertel, der Blog ist halbwegs fertig, dann werde ich da unten nun auch mal die Lage checken und mich einstinkern lassen…
Am Herd erkämpfte ich mir gerade noch so zwei Platten neben zwei Jungs, bevor schon wieder Chinesen mit einem Topf da standen. Heute gibts zumindest keinen Fisch... Ich machte heute mal einen auf Nutznieser und verarbeitete liegen gebliebene Nudeln, Knoblauch und geriebenen Käse mit meinem frisch gekauften Gemüse zu einem leckeren Topf Caro-Nudeln. Dank brasilianischer Chilisoße auch schön scharf. Ein riesiger Topf... Immerhin die Küche ist echt ganz gut ausgestattet, bis auf typisch eklige Spülschwämme...
Beim Essen schaffte ich es dann tatsächlich, mich mit dem Wifi aus der Kneipe zu verbinden,, das läuft wenigstens (hier unten) gut. Jetzt werde ich dann mal abwaschen, dann geh ich hoch, hier unten ist es zu ungemütlich und verdubelt...

Donnerstag, 2. Januar 2020

02.1.20 - Weiterreise nach El Chalten


Punkt 9 war meine Wäsche da, noch warm und super duftend. Ich duschte und ging mit meinem Kindle ins Bett. Heute früh klingelte um 7 der 1. Wecker, was nicht heißt, dass da auch schon jemand aufstand. Naja, immerhin ich war damit schon mal wach. Bis dreiviertel 9 versuchte ich, nochmal zu schlafen, aber erfolglos ;-) Dann zog ich mich an und ging frühstücken. Dabei konnte ich endlich mal den australischen Blog fertig lesen, da hatten mir doch so einige Wochen gefehlt.
Dann packte ich meine Sachen zusammen und verbrachte die Zeit bis zum Bus im Internet. Ich buchte Hostels für Puerto Natales und Santiago und recherchierte ein wenig rum. Um 12 startete ich zum Busbahnhof und kaufte mir in der Nähe noch ein paar Empanadas, als auch schon der Bus kam. Um halb 1 fuhren wir los, nach dem Stopp am Flughafen war jeder Platz besetzt. Unterwegs machten wir die obligatorische Futterpause an einem Fluss, es war unglaublich windig, so dass ich mein Empanada mit beiden Händen festhielt.
Kurz vor vier kamen wir in El Chalten an. Das ist ein echt kleines Dorf, das gefühlt zu 100% aus Hostels, Restaurants, Kneipen, Outdoor-Läden und Touragenturen besteht. Ich lief ca. 10 Minuten zu meinem Hostel und durchquerte den Ort damit fast komplett. Das Hostel ist leider eher enttäuschend. Unglaublich teuer (25€ pro Nacht!), dafür wird nur wenig geboten, nicht mal Frühstück ist dabei. Ob das der normale Preis ist oder momentan absolute Hochsaison ist, weiß ich nicht, aber alles hier ist teuer. Das Zimmer ist ganz ok, wobei laut Internet täglich gereinigt wird, aber anscheinend ohne Besen ;-) Die Betten sind neu und bequem, das ist viel wert, denn ich bleibe hier sechs Nächte. Die Bäder sind eigentlich auch schön, aber bescheuert, wie auf dem Bahnhofsklo (in Südamerika) hängt das Klopapier vor der Klotür, man muss sich was abreißen und mitnehmen. Total praktisch für größere Geschäfte!!! Im ersten Stock gibt es einen fast gemütlichen Aufenthaltsbereich, leider geht da kein Internet, das geht nur (langsam) im ungemütlichen (Wartesaal-)Bereich unten… Sagen wir also mal so: Gute Ansätze erkennbar, es scheitert an der Umsetzung… Immerhin, in meinem 6er-Dorm sind wir im Moment nur zu zweit.
Ich bezog also mein Bett, packte den Rucksack in den Locker darunter, der auch der Knaller ist, denn wenn man leicht an der Tür ruckelt, geht die auch in verschlossenem Zustand auf… Ich drehte erstmal eine Runde durch den Ort, es ist saumäßig windig und nieselt leicht. Leider ist die Prognose für morgen noch schlechter… Im einzigen nennenswerten Supermarkt kaufte ich ein paar Sachen fürs Frühstück und für unterwegs. Schon krass, auf einem Zettel steht mehr oder weniger, dass Locals weniger zahlen. Hab ich so auch noch nie gesehen.
Gegen 6 ging ich in ein süßes kleines, aber auch sehr teures veganes Restaurant. Es gab einen guten frischen Saft und ein leckeres Gericht mit Reis und Gemüse, wobei ich es nicht als „Kürbis-Risotto“ identifiziert hätte. Ich traf dort zwei Deutsche, die mir eine Karte der Umgebung und ein paar Empfehlungen da ließen. Danach lief ich nochmal – auf der Suche nach einem netten Cafe – die Straße lang und stieß mit Stephan zusammen. Wir unterhielten uns kurz, dann fand ich mein Cafe und trank noch einen Cappuccino. Gegen halb 8 war ich zurück im Hostel und bekam einen Schock, alles voll von Asiaten, ich tippe auf Chinesen! Eigentlich wollte ich meinen Blog unten schreiben und ein paar Trekks aus dem Internet runterladen, leider ging die einzige Steckdose nicht und mein Notebook war leer… Also wieder hoch, Notebook laden und so lange Sudoku auf der Couch machen. Dort setzte sich dann einer mit deutschem Lonely Planet neben mich. Er stellte sich als Realschullehrer aus Ingolstadt, gebürtig aus Neumarkt (Opf.) heraus, natürlich im Sabbatical ;-) Wir unterhielten uns gut und stellten fest, dass die Chance besteht, dass wir uns in Neuseeland wieder über den Weg laufen werden ;-)
Gegen 9 versuchte ich es nochmal mit meinem Blog, doch jetzt hatten die Chinesen den ganzen unteren Bereich belegt und es roch wie im Fischladen. Jeder hatte eine Dose Fisch offen vor sich stehen und vermutlich kochte der auch auf dem Herd, war nicht zum Aushalten! Jetzt sitze ich also oben auf dem Bett, der Blog ist fast fertig. Also muss ich nun nochmal hinunter und hoffen, dass der Upload schnell geht. Das mit dem Runterladen von Trekks verschiebe ich dann wohl auf morgen… Wenn es regnet, gibt es eh nicht viel zu tun…
Und wenn ihr euch wundert, nein, ich hab heute kein Foto gemacht ;-)

Mittwoch, 1. Januar 2020

01.1.20 - Ein gemütlicher Start ins Jahr


Auch heute Nacht schlief ich gut und mit Unterbrechungen bis nach 8. Gegen dreiviertel 9 stand ich ganz gemütlich auf und ging zum Frühstück. Auch heute gab es für mich wieder eine vegetarische Alternative zum vegetarischen Frühstück. Dabei hatte ich gestern gesagt, dass das doch nicht nötig ist… Dann verbrachte ich die nächsten Stunden ganz faul mit etwas Internet, dem Neujahrsanruf zu Hause, … Immerhin, ich schaffte es, meine Dreckwäsche zusammen zu sammeln und an der Rezeption abzugeben ;-)
Gegen 12 bewegte ich meinen Hintern dann doch mal nach draußen, es war herrlich war, definitiv für Top und kurze Hose. Dumm nur, dass ich die Sonnencreme vergessen hatte, aber damit hatte ich nicht gerechnet… Jetzt spiele ich Rudi…
Ich lief hinunter ins Zentrum, das heute völlig ausgestorben war. Zumindest waren echt fast alle Geschäfte zu, inkl. der Supermarkt. Touris gab es immer noch reichlich. In einem Kiosk kaufte ich zu einem unverschämten Preis etwas Obst und zwei Empanadas, dann lief ich zur Laguna Nimez am Ortsrand, direkt neben dem Lago Argentino. Der Ticketschalter hatte geschlossen, der Park aber offen, das glich mein teures Proviant wieder aus… 



An der Lagune gab es so einiges an Vögeln zu sehen, ein paar Flamingos und viele andere Wasservögel. Nicht spektakulär, aber echt schön gemacht. Können ja nicht immer Pinguine sein! Nur irgendein Idiot hatte scheinbar das Tor nicht richtig zu gemacht, denn plötzlich stand ein Hund vor mir! Der ist dann allerdings mit zwei anderen mit gelaufen und hoffentlich auch wieder raus gegangen…



Ich brauchte fast zwei Stunden, bis ich die Lagune umrundet hatte und wieder draußen war, war echt gemütlich unterwegs. 


Dann suchte ich mir eine schöne Bank mit Seeblick, wo ich etwas chillte und las, bevor ich gegen halb 4 wieder Richtung Zentrum lief. 

Viel besser sah es dort immer noch nicht aus, nur wenige geöffnete Kneipen und Restaurants, aus meine Cappuccino wurde nix, dafür gab es ein Eis: Chocolate Patagonica und Crema de Glacier (Gletschercreme, sah aus wie ein ausgeblichenes Schlumpfeis und schmeckte auch vanillig). Hat aber ganz schön gedauert bis ich das hatte. Hier muss man immer erst zahlen, bekommt eine Nummer und dann das Eis. Und da hier die meisten Eis im Kilo kaufen, dauert das etwas… Dann wars dafür aber auch lecker.
Gegen Viertel 6 entdeckte ich einen freien Tisch vor einer Kneipe und nutzte meine Chance auf ein frühes Abendessen. Das sah gar nicht schlecht aus, Veggie-Burger mit frischen Pommes. Leider waren die guten Zutaten aber etwas geschmacklos, es fehlte ne gute Soße oder sowas in der Art. Schade. Danach lief ich Richtung Hostel zurück, für heute hatte ich genug geleistet.
Ich setzte mich mit Handy, Kindle und Laptop in eine gemütliche Ecke, unterhielt mich etwas mit Rosy und machte sonst nicht mehr viel. Jetzt ist es Viertel 9, ich hoffe meine saubere Wäsche kommt bald, will duschen, hab aber nix mehr zum Anziehen ;-)
Morgen fahre ich um halb 1 nach El Chalten, sind aber nur dreieinhalb Stunden, also ganz entspannt…

31.12.19 - Jahresende mit knallenden Eisbrocken

Happy new Year, buen año nuevo!
Mein Bett im Dorm im Folk-Hostel ist super, zwar weich, aber nicht durchgelegen und ich schlief echt super. Leider ging ab halb 7 die Aufbruchsstimmung los, manche reisten ab, andere hatten wahrscheinlich irgendwelche Touren gebucht. Ich stellte mich tot und hielt bis halb 9 durch, bevor ich aufstand. Das Frühstück war ganz gut, zuckerlose Haferflocken, etwas Obst und brauchbares Brot. Danach fand ich noch einen extra Teller mit meinem Namen beschriftet. Gestern Nacht wurde ich gefragt, ob ich Vegetarier bin, ich bekam einen Muffin und zwei Reiswaffeln. Keine Ahnung, warum, nicht ein Stück totes Tier war beim Frühstück zu sehen.
Nach dem Frühstück telefonierte ich nach Hause und schrieb meinen Blog vom Vortag. Das Hostel hier ist echt schön, ein großer Aufenthaltsraum (es scheint auch sehr groß zu sein), alles hell und freundlich. Dann packte ich meinen Rucksack für den Tag und gegen 11 machte ich mich mal auf den Weg ins Stadtzentrum. Im Supermarkt versorgte ich mich noch mit etwas Essbarem, dann trank ich einen frischen O-Saft. Im Freien in der Sonne ;-)
Kurz nach 12 ging es wieder bergauf, am Hostel vorbei und zum Busbahnhof. Zunächst kaufte ich mir Tickets nach El Chalten und zurück und dann weiter nach Puerto Natales in Chile. Ich aß einen Teil meiner Semmeln mit Käse und traf mich dann mit Stephan von der Boreal, der schon einen Tag vor mir hier ankam. Dankenswerterweise hatte er für mich einen Transport zum Gletscher Perito Moreno mit organisiert. Um 1 fuhr der Bus los, etwa eine Stunde später waren wir am Parkeingang, wo der Ticketverkäufer direkt in den Bus kam.
Um halb drei wurden wir am Ufer des Lago Argentino abgesetzt und mit der Info versorgt, wo der Bus später wieder abfahren wurde. An unserem Startpunkt konnte man Boots- und Kajaktouren zum Gletscher buchen, aber das war für uns alte Eishasen eine unnötige Aktion ;-) So liefen wir über einen Metallsteg am Seeufer entlang und näherten uns immer weiter dem Gletscher.


Auch für uns, die wir quasi drei Tage von Eis umgeben waren, war dieser Gletscher echt etwas Besonderes. Er ist einer der größten Gletscher Argentiniens (und somit vermutlich Südamerikas) und einer der wenigen weltweit, die als „stabil“ gelten und noch nicht schrumpfen. Er ist insgesamt etwa 30km lang und erstreckt sich über eine Fläche von 254 km². Stellenweise ist das Eis 800m dick (und reicht damit sogar unter den Meeresspiegel). Touristisch interessant wird er durch seine Gletscherzunge, die in den Lago hineinreicht. Hier ist das Eis 40-70m hoch. 

Und dieser Gletscher ist ein Renngletscher, mit einer Geschwindigkeit von 2m/Tag bewegt er sich vorwärts. Somit ist es quasi garantiert, dass man riesige Stücke abbrechen sieht, die dann mit lautem Getöse in den See knallen. Die dabei entstehenden Eisberge laufen für uns aber schon in der Kategorie „putzig“. Die Flutwellen, die dabei entstehen, sind dagegen schon ziemlich gigantisch. Das war jetzt also quasi Feuerwerk auf argentinisch, die Knaller konnten mit jeder Rakete mithalten. Lustig war, dass immer alle dorthin schauten, wo es knallte (ich eingeschlossen). Dabei hatte man hier mal wieder den lebendigen Beweis dafür, dass der Schall ein bisschen langsam unterwegs ist, wenn's erstmal knallte, gab es eh nix mehr zu sehen ;-)

Über verschiedene Stege kann man gegenüber des Gletschers entlang laufen und das ist schon echt beeindruckend. Wir waren in der Antarktis ja meist eher unterhalb der Gletscher unterwegs, der Blick von oben drauf ist gigantisch! Auch die Tatsache, dass hier außen rum alles grün ist, ist für uns natürlich was ganz neues.


Während wir auf einer der Aussichtsplattformen standen, passierte es dann auch, ein riesiges Stück brach ab und stürzte in den See, ich hatte es natürlich verpasst. Doch direkt danach kam das nächste Stück hinterher und dieses Mal war ich bereit, hier in Serie für euch:




Wir hatten ca. 4h Stunden Zeit, absolut ausreichend. Gegen Ende wurde es dann aber langsam echt frisch, aus Gletscherrichtung blies ein kalter Wind, so dass ich irgendwann in Jacke und mit Mütze endete. 

Um dreiviertel 7 stiegen wir an anderer Stelle wieder in den Bus ein und fuhren zurück in die Stadt, wo wir gegen 8 ankamen. Die meisten stiegen unten im Ort aus, Stephan auch, ich fuhr bis zum Busbahnhof und lief zurück zu meinem Hostel. Im Dorm traf ich auf Rosy aus London, mit der ich mich heute früh schon kurz unterhalten hatte. Sie traf sich später mit einer Freundin und ich schloss mich kurzerhand an. Dann duschte ich schnell und kuckte meine Fotos durch. Gegen 9 starteten wir in eine kleine Bar/Restaurant, wo wir auf drei andere Backpacker trafen, Kathy hatte auch ihren halben Dorm mitgebracht ;-) War ein netter Abend und doch ein total komisches Silvester. Wir alle waren müde und warteten nur darauf, dass es 12 wird. Alle hatten lange Busfahrten, Touren, … hinter sich. Um 12 stießen wir alle an, einen Countdown gab es nicht oder die ganze Bar hatte ihn verpasst ;-) Gegen halb 1 zahlten wir und machten uns auf den Weg zurück zum Hostel. Dort ging es auch eher gemütlich zu, nur ein paar Chinesen hingen in der Ecke… Somit lag ich um 1 im Bett. Gute Nacht!